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Dani­el Kerst­ing: Was bedeu­tet „Auf­klä­rung“ im Kon­text der Organ­spen­de?

Son­ja Schä­fer, Organ­spen­de­be­auf­trag­te des Lan­des Bre­men, hat­te für den 15.11. zu einem Vor­trag in das Kli­ni­kum Bre­men-Mit­te ein­ge­la­den. Titel des Vor­trags von Dani­el Kerst­ing vom Insti­tut für Phi­lo­so­phie an der Uni­ver­si­tät Jena war: Was bedeu­tet „Auf­klä­rung“ im Kon­text der Organ­spen­de?
Geb­hard Focke, Schrift­füh­rer von KAO berich­tet über die­sen hörens­wer­ten Vor­trag.

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KAO for­dert Ein­hal­tung des gel­ten­den Rechts

Liegt kei­ne Kennt­nis zum Pati­en­ten­wil­len vor, muss von einer Hirn­tod­dia­gno­se Abstand genom­men wer­den, erst recht von fremd­nüt­zi­gen Maß­nah­men, da auch hier der Grund­satz allen ärzt­li­chen Han­delns – nicht zu scha­den – gilt. Ein mög­li­cher Scha­den kann auch nicht durch den Nut­zen für eine andere/dritte Per­son (Organ­emp­fän­ger) auf­ge­wo­gen wer­den.

Dr. Stahn­ke stellt fest : “Für die inten­siv­me­di­zi­ni­sche Behand­lung bzw. den Behand­lungs­ab­bruch ist die Hirn­tod­dia­gnos­tik nicht not­wen­dig. Dafür reicht es aus, dass die behan­deln­den Ärz­te zu der Ein­schät­zung gelan­gen, dass die Pro­gno­se für den Pati­en­ten aus­sichts­los ist und er nicht mehr von einer wei­te­ren The­ra­pie pro­fi­tiert. Dann ist in Abspra­che mit den Ange­hö­ri­gen ein Behand­lungs­ab­bruch mög­lich. die Hirn­tod­dia­gnos­tik muss bei einem noch leben­den Men­schen nur zum Zweck der Organ­ent­nah­me durch­ge­führt wer­den.“

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Robert D. Truog, MD: Soll­te eine infor­mier­te Zustim­mung ver­pflich­tend sein bei der Durch­füh­rung eines Apnoe-Tests bei Pati­en­ten, deren Hirn­tod ver­mu­tet wird? — Ja

Ist es erfor­der­lich, dass eine infor­mier­te Zustim­mung der Bevoll­mäch­tig­ten eines Pati­en­ten vor­lie­gen muss, wenn ein Apnoe-Test als Bestand­teil der Hirn­tod-Unter­su­chung durch­ge­führt wird? Die­se Fra­ge stellt sich gera­de jetzt, nicht nur weil die recht­li­chen Ent­schei­dun­gen bei die­ser Fra­ge der­zeit unter­schied­lich aus­fal­len, son­dern auch wegen einer Anzahl von Fäl­len, in denen die Fami­li­en die Hirn­tod-Dia­gno­se abge­lehnt haben, nach­dem sie getrof­fen wor­den war, und die auch die Hirn­tod-Unter­su­chung unter­sagt hät­ten, wenn man sie danach gefragt hät­te.

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Video: Der töd­li­che Apnoe­test

Das Inter­view führ­te Sil­via Mat­t­hies mit Pro­fes­sor Cice­ro Gal­li Coim­bra, MD, PHD, Lehr­be­auf­trag­ter Pro­fes­sor für Neu­ro­lo­gie und Neu­ro­wis­sen­schaf­ten, Lan­des­uni­ver­si­tät Sao Pau­lo — UNIFESP, Bra­si­li­en am Ran­de des Kon­gres­ses “Signs of life”, der am 19. Febru­ar 2009 in Rom statt fand. Wis­sen­schaft­ler aus aller Welt stell­ten das Hirn­tod­kon­zept in Fra­ge.

Der Organ­spende­WIDER­SPRUCH der Initia­ti­ve KAO unter­sagt jeg­li­che Hirn­tod­dia­gnos­tik: https://initiative-kao.de/infoservice/infodownload/pdf-kao-organspendewiderspruch/

Wie das Leben von hirn­ver­letz­ten Pati­en­ten geret­tet wer­den kann:
Deutsch: https://archiv.initiative-kao.de/coimbra-vortrag-09–11-12-rettung-hirnverletzte.pdf

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Annä­he­run­gen an den Tod

Das Wis­sen um die Vor­ge­schich­te ist dabei uner­läss­lich: Ist der Aus­fall der Hirn­funk­tio­nen Fol­ge einer schwe­ren Hirn­schä­di­gung, etwa nach einem mas­si­ven Schlag­an­fall, oder einer Tablet­ten­in­to­xi­ka­ti­on? Der into­xi­kier­te Pati­ent kann das Bild eines Hirn­tods zei­gen, obwohl sei­ne Hirn­funk­tio­nen nicht irrever­si­bel erlo­schen sind und nach Abklin­gen der Medi­ka­men­ten­wir­kung wie­der­her­stell­bar sind. Des­halb wei­sen die Richt­li­ni­en der Bun­des­ärz­te­kam­mer auf die Gefahr einer Ver­wechs­lung von Hirn­tod und Into­xi­ka­ti­on hin.

Doch wie oft ken­nen die Ärz­te auf der Inten­siv­sta­ti­on tat­säch­lich die Vor­ge­schich­te des Pati­en­ten? Wie oft sind sie aus­rei­chend skep­tisch, wenn ein Pati­ent nach einem Ver­kehrs­un­fall ein­ge­lie­fert wird? Der Unfall kann Fol­ge einer Medi­ka­men­ten­über­do­sis sein.

Mehr noch: Ein Pati­ent, der tat­säch­lich einen Schlag­an­fall hat, kann zugleich eine Medi­ka­men­ten­in­to­xi­ka­ti­on auf­wei­sen, die aber durch die eher ins Auge fal­len­den Sym­pto­me des Schlag­an­falls kaschiert wird. Erschwe­rend kommt schließ­lich hin­zu, dass inten­siv­pflich­ti­ge Pati­en­ten mit beglei­ten­den Herz-Kreis­lauf­pro­ble­men oft Leber- und Nie­ren­funk­ti­ons­stö­run­gen haben. Medi­ka­men­te, die einen Hirn­tod imi­tie­ren, wer­den dann sehr viel lang­sa­mer abge­baut und aus­ge­schwemmt und wir­ken dadurch län­ger als üblich.

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PDFKAO Organ­spende­WIDER­SPRUCH

In Deutsch­land ist wie in den meis­ten Län­dern Wider­spruch erfor­der­lich, wenn man kein Organ­spen­der sein will. Denn wer nicht selbst für sich ent­schei­det, über den ent­schei­den ande­re.

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