Angehörige berichten

Organentnahme verhindert menschenwürdiges Sterben und raubt den letzten Abschied

Das habe ich nicht gewusst! Organspende, dachte ich, muss etwas Gutes sein, wenn es kranken Men­schen hil­ft am Leben zu bleiben. Und natür­lich ist der Men­sch tot, dem die Organe ent­nom­men wer­den. Im Ausweis heißt es doch “nach meinem Tod”. So habe ich das auch geglaubt. Ich hätte nie für möglich gehal­ten, dass Ärzte nicht davor zurückschreck­en, einen ster­ben­den Men­schen mit allen Mit­teln ärztlich­er Kun­st am Leben zu hal­ten, nur damit sie seine leben­den Organe bekom­men. Aus dem schreck­lichen Geschehen um das Ster­ben meines Sohnes kann ich jedoch bezeu­gen, dass es sich bei einem so genan­nten Hirn­toten um einen noch leben­den Men­schen han­delt.

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Video: Hirntod -Tod bei lebendigem Leib

Welch­es Trau­ma eine Orga­nent­nahme für die Ange­höri­gen des Spenders bedeuten kann, zeigt der Fall des 15-jähri­gen Lorenz Mey­er. Die Eltern wur­den bere­its eine Nacht nach der Ein­liefer­ung ihres Sohnes in eine Schweiz­er Klinik mit der Frage nach Orga­nent­nahme kon­fron­tiert. In ihrer Verzwei­flung stimmten sie trotz aller Vor­be­halte der Ent­nahme der Nieren zu. Ein Schritt, den sie im Nach­hinein bit­ter bereuen soll­ten.
Erst bestand nur der Ver­dacht, dass mehr Organe ent­nom­men wur­den, als zuge­sagt. Doch dann stellte sich her­aus, dass es gravierende Zweifel an der Richtigkeit der Hirn­tod­di­ag­nos­tik gibt.

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Video: Organspende — Die Schattenseite — Interview mit Renate Greinert

Renate Grein­ert ist Autorin und war Sachver­ständi­ge zur Anhörung zum Trans­plan­ta­tion­s­ge­setz vor dem Gesund­heit­sauss­chuss des Deutschen Bun­destages.
Sie ist unfrei­willig dazu gekom­men, sich inten­siv mit dem The­ma Organspende und Trans­plan­ta­tion auseinan­derzuset­zen. 1985 wurde ihr 15-jähriger Sohn auf dem Fahrrad von einem Auto erfasst, stürzte und erlitt als eine Folge ein schw­eres Schädel­him­trau­ma. Inner­halb weniger Stun­den wurde sie von ärztlich­er Seite mit der Diag­nose Hirn­tod kon­fron­tiert und in der Folge mit der Frage nach der Ein­willi­gung zur Organspende.
Wie wahrschein­lieh die meis­ten Men­schen war sie sich sein­erzeit über die Dimien­sion dieser Entschei­dung nicht im Klaren. Sie kon­nte es nicht sein, denn die lnfor­ma­tio­nen dazu waren ins­beson­dere damals eher spär­lich. Aber sie sind auch heute noch oft genug eher ein­seit­ig. Die Fol­gen für die Betrof­fe­nen, die erst im Nach­hinein real­isieren, was eine Organspende eigentlich bedeutet, sind oft­mals bedrück­end.

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PDFKAO OrganspendeWIDERSPRUCH

In Deutsch­land ist wie in den meis­ten Län­dern Wider­spruch erforder­lich, wenn man kein Organspender sein will. Denn wer nicht selb­st für sich entschei­det, über den entschei­den andere.

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