Pressemitteilung: KAO lehnt die Widerspruchslösung ab

Wider­spruchs­re­ge­lung? Nein dan­ke, der Anspruch der Gesell­schaft endet an mei­ner Haut.” unter die­sem Mot­to hat KAO eine Peti­ti­on an Bun­des­mi­nis­ter Jens Spahn bei change.org gestar­tet.

Ohne Auf­klä­rung über die genau­en Abläu­fe vor und wäh­rend einer Organ­ent­nah­me, und die Risi­ken der Hirn­tod­dia­gnos­tik für den Spen­der, nur mit der Aus­sa­ge, dass Organ­spen­de ein Akt der christ­li­chen Nächs­ten­lie­be sei, kann weder der Ein­zel­ne noch die Gesell­schaft eine mün­di­ge Ent­schei­dung tref­fen.

Mit dem Zustand „tot“ ver­bin­den die meis­ten Men­schen die Vor­stel­lung einer Lei­che mit den siche­ren äuße­ren Todes­zei­chen wie Lei­chen­fle­cken und Toten­star­re. Sie ver­bin­den damit nicht einen Pati­en­ten im Inten­siv­bett mit Beatmungs­hil­fe. Äußer­lich unter­schei­det er sich nicht von ande­ren Pati­en­ten auf der Inten­siv­sta­ti­on. Erst die hoch­kom­ple­xe Dia­gno­se des irrever­si­blen Hirn­ver­sa­gens erklärt ihn zur Lei­che, zu blo­ßer Mate­rie und bringt ihn damit um sei­ne Rech­te als Pati­ent und Mensch.

Organ­spen­der sind kei­ne ver­stor­be­nen son­dern allen­falls ster­ben­de Men­schen. Der Grund: man kann nur lebend­fri­sche Orga­ne mit Aus­sicht auf Erfolg trans­plan­tie­ren und die bekommt man nicht aus wirk­li­chen Lei­chen in der Patho­lo­gie.

Hoch­ran­gi­ge inter­na­tio­na­le Wis­sen­schaft­ler bezeich­nen eine Organ­ent­nah­me als „jus­ti­fied kil­ling“, auf Deutsch „gerecht­fer­tig­tes Töten“. Über­haupt ist die Gleich­set­zung des Irrever­si­blen Hirn­funk­ti­ons­aus­fal­les mit dem Tod des Men­schen unter Wis­sen­schaft­lern in aller Welt hoch umstrit­ten. Das Glei­che gilt für das dazu­ge­hö­ri­ge Dia­gno­se­ver­fah­ren, die Hirn­tod­dia­gnos­tik.

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Robert D. Truog, MD: Sollte eine informierte Zustimmung verpflichtend sein bei der Durchführung eines Apnoe-Tests bei Patienten, deren Hirntod vermutet wird? — Ja

Ist es erfor­der­lich, dass eine infor­mier­te Zustim­mung der Bevoll­mäch­tig­ten eines Pati­en­ten vor­lie­gen muss, wenn ein Apnoe-Test als Bestand­teil der Hirn­tod-Unter­su­chung durch­ge­führt wird? Die­se Fra­ge stellt sich gera­de jetzt, nicht nur weil die recht­li­chen Ent­schei­dun­gen bei die­ser Fra­ge der­zeit unter­schied­lich aus­fal­len, son­dern auch wegen einer Anzahl von Fäl­len, in denen die Fami­li­en die Hirn­tod-Dia­gno­se abge­lehnt haben, nach­dem sie getrof­fen wor­den war, und die auch die Hirn­tod-Unter­su­chung unter­sagt hät­ten, wenn man sie danach gefragt hät­te.

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Der Mensch – (k)ein Geheimnis oder die Zwickmühle Gottes

Gott in der Zwick­müh­le: Soll er jetzt einen gesun­den Men­schen auf der Höhe sei­nes Lebens schwer ver­un­glü­cken las­sen, den Sohn der Fami­lie Mey­er, den Sohn der Fami­lie Grei­nert, den Sohn der Fami­lie Focke, damit ein ande­rer sei­ne Orga­ne bekommt? Wer hat mehr Anspruch dar­auf wei­ter zu leben? Wer ist mehr wert? Oder hat gar einer mehr gesün­digt? Ich muss Ihnen sagen, ich bin empört über die­se Gedan­ken­lo­sig­keit, mit der man meint, Gott auf sei­ne Sei­te zie­hen zu kön­nen.

In der Zwick­müh­le befin­den sich letzt­lich ja auch der Pati­ent, der auf ein Organ war­tet, und sein Arzt. Sie gera­ten in die mora­li­sche Fal­le, den Tod eines ande­ren Men­schen mit brauch­ba­ren Orga­nen wün­schen zu sol­len.

Aber theo­lo­gisch gese­hen über­höht man reli­gi­ös eine medi­zi­ni­sche Tech­nik, nur weil deren Prot­ago­nis­ten mit der Heils­bot­schaft in die Öffent­lich­keit tre­ten, sie könn­ten Leben ret­ten. Wir wis­sen, dass mit einem sol­chen Ver­spre­chen Erwar­tun­gen geweckt wer­den, die oft­mals gar nicht ein­ge­löst wer­den, weil die Organ­emp­fän­ger zu chro­nisch Kran­ken gemacht wer­den.

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PDFKAO OrganspendeWIDERSPRUCH

In Deutsch­land ist wie in den meis­ten Län­dern Wider­spruch erfor­der­lich, wenn man kein Organ­spen­der sein will. Denn wer nicht selbst für sich ent­schei­det, über den ent­schei­den ande­re.

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