Renate Greinert

RENATE Grein­ert
Wolfs­burg

ihr ältester Sohn
Chris­t­ian starb
am 04.02.1985

geboren 1943

Lehrerin

ver­heiratet

3 Kinder

Renate Grein­ert gab ihren Sohn 1985 zur Orga­nent­nahme frei.

Sie beschreibt ihre Ein­sicht­en aus dem Geschehenen:

Der Tod meines Sohnes hat mich in eine tiefe Krise geführt. Damals glaubte ich, dass auch für mich das Leben vor­bei sei. Ich fühlte mich gefan­gen in tief­ster Dunkel­heit, bewe­gungs­los. In dieser Zeit tief­ster Bedräng­nis habe ich mich ein einziges Mal so umfassend gehal­ten und gebor­gen gefühlt von ein­er Kraft, die so unendlich war, dass ich sie in Notzeit­en immer noch
fühlen kann. Sie wurde zur Energiequelle, die mich wieder hin­aus­führte ins Leben.

Gle­ichzeit­ig erlebte ich die Gren­zen der Real­ität wie einen Schleier, der sich bewegte und ab und zu einen Blick in das Dahin­ter zuließ. Mit den Erfahrun­gen und Begeg­nun­gen hin­ter diesem Schleier und der Ver­ankerung dieses Wis­sens in mein Leben und in die Real­ität, habe ich für mich eine neue Lebens­di­men­sion gewon­nen, die mich auch den Tod meines Sohnes anders
sehen lässt. Diese 15 Jahre Leben, die er nur hat­te, leben in mir und mit mir, sie sind für mich unsterblich gewor­den. Sie tun mir gut und ich erin­nere mich gerne daran.

Buch "Unversehrt sterben! von Renate Greinert

Kon­flik­t­fall Organspende

Unversehrt ster­ben!

Der Kampf ein­er Mut­ter

von Renate Grein­ert

Mit einem Vor­wort von Fran­co Rest

Als Kin­dle-Edi­tion (eBook) erhältlich.

 

Rezen­sion des Buch­es:

Dieses Buch ist in mehrfach­er Hin­sicht —poli­tisch, medi­zinisch, juris­tisch und spir­ituell— ein wichtiges Buch.

Die Autorin lässt uns berührend und fes­sel­nd — fast wie in einem per­sön­lichen Gespräch- an ihrer Geschichte im Kampf gegen die Transplantationsmedizin(er) teil­haben. Wir erfahren zunehmend schock­iert, betrof­fen und empört, was eine Organ-“Spende” eigentlich ist, näm­lich die Orga­nent­nahme bei einem noch leben­den Men­schen, der im Ster­ben liegt.

Im Falle ihres Sohnes ist sog­ar fraglich, ob wirk­lich alles getan wurde, um sein eigenes Leben zu ret­ten und ob die Fest­stel­lung des Hirn­todes kor­rekt ver­lief.

Wir erfahren zudem auch, mit welchem Mut und welch­er Aus­dauer sich die Autorin ihrer als tiefe Schuld emp­fun­de­nen Fehlentschei­dung stellt, ihren Sohn nicht im Ster­ben begleit­et zu haben, son­dern zuließ, dass er auf dem Oper­a­tionstisch allein gelassen ver­starb.

Die Autorin ver­mit­telt leicht ver­ständlich die medi­zinis­chen und rechtlichen Grund­la­gen, beleuchtet die Ver­ket­tung der Trans­plan­ta­tion­s­medi­zin mit der Phar­main­dus­trie und die Hal­tung der bei­den christlichen Kirchen.

Wir erfahren die fundierte, wis­senschaftlich belegte Mei­n­ung etlich­er Kri­tik­er der Trans­plan­ta­tion­s­medi­zin, darunter namhafte Medi­zin­er, Philosophen, The­olo­gen, Poli­tik­er, betrof­fene Ange­hörige und sog­ar auch einige Trans­plantierte.

Hil­fe auf ihrem spir­ituellen Weg bei der Bewäl­ti­gung dieses Trau­mas kam sowohl aus dem Chris­ten­tum als auch durch das alte Wis­sen von Schama­nen, die mit dem spir­ituellen Aspekt von Tod und Ster­ben tief ver­traut sind und der Autorin wertvolle Unter­stützung geben kon­nten.

Wir wer­den daran erin­nert, dass der Tod zum Leben gehört und dass nicht alles, was medi­zinisch mach­bar auch automa­tisch ethisch vertret­bar ist. Jed­er Men­sch, auch diejeni­gen, denen eine Organtrans­plan­ta­tion vielle­icht das Leben ver­längern kön­nte und zu diesen kann jed­er irgend­wann gehören, sollte sich rechtzeit­ig, unab­hängig und alle Aspek­te beach­t­end mit diesem The­ma auseinan­der­set­zen, bevor er seine per­sön­liche Entschei­dung trifft.

Hierzu leis­tet das Buch einen wichti­gen Beitrag.

Bar­bara von Lüp­ke, ARD

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Organspende – Die Schat­ten­seite
Inter­view mit Renate Grein­ert

Ein Film von
David und Rober­to Roton­do
Das Inter­view ver­mit­telt tiefe Ein­sicht­en
zum The­ma Organspende und Trans­plan­ta­tion.