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Organ-„Spende“ – Das andere SterbenInitiative KAO
Photo: Piron Guillaume

Organ-„Spende“ – Das ande­re Ster­ben

Die ver­brei­te­te Unwis­sen­heit über die Vor­aus­set­zun­gen und Bedin­gun­gen einer Organ­spen­de ist das Resul­tat der unter Mit­hil­fe der christ­li­chen Kir­chen und Medi­en staat­lich betrie­be­nen Popu­la­ri­sie­rung „des Gedan­kens der unei­gen­nüt­zi­gen Organ­spen­de nach dem Tode”,[1] wie es in einer Bro­schü­re des Arbeits­krei­ses für Organ­spen­de heißt.

Janu­ar 2019

Die gekürz­te Fas­sung die­ses Arti­kels erscheint in der Fach­zeit­schrift Impu!se für Gesund­heits­för­de­rung 1. Quar­tal 2019 zum The­ma „Ende gut, alles gut?! Gesund­heits­för­de­rung am Lebens­en­de“.

 

Post­mor­ta­le Organ­spen­de, Spen­de nach dem Tod, Kada­ver­spen­de – sol­che Rede­wen­dun­gen sind in Geset­zes­tex­ten, media­len Dar­stel­lun­gen und auf Organ­spen­de­aus­wei­sen üblich. Die­se Todes­rhe­to­rik täuscht vor, jeder Mensch kön­ne – egal ob er Zuhau­se, auf der Stra­ße oder im Kran­ken­haus stirbt – Organ­spen­der wer­den. Die Vor­stel­lung von der Organ­spen­de nach dem Tod ist von der deut­schen Bevöl­ke­rung durch die seit meh­re­ren Jahr­zehn­ten in öffent­li­chen Räu­men geführ­ten Wer­be­kam­pa­gnen für Organ­spen­de so ver­in­ner­licht wor­den, dass mitt­ler­wei­le Lei­chen­be­stat­ter von Ange­hö­ri­gen gefragt wer­den, wo ihre toten Ver­wand­ten noch Orga­ne spen­den kön­nen.

Die ver­brei­te­te Unwis­sen­heit über die Vor­aus­set­zun­gen und Bedin­gun­gen einer Organ­spen­de ist das Resul­tat der unter Mit­hil­fe der christ­li­chen Kir­chen und Medi­en staat­lich betrie­be­nen Popu­la­ri­sie­rung „des Gedan­kens der unei­gen­nüt­zi­gen Organ­spen­de nach dem Tode”,[1] wie es in einer Bro­schü­re des Arbeits­krei­ses für Organ­spen­de heißt. Die­se Wort­wahl tabui­siert ein struk­tu­rell ver­an­ker­tes Pro­blem der Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin, das sie seit ihrer Durch­set­zung als aner­kann­te chir­ur­gi­sche Metho­de immer wie­der neu zu bewäl­ti­gen hat. Es trat zuta­ge, nach­dem Chris­tia­an Bar­nard sei­ne ers­ten Herz­trans­plan­ta­ti­ons­ex­pe­ri­men­te an den bei­den jüdi­schen Pati­en­ten Lou­is Washkan­sky und Phil­ip Blai­berg in Kap­stadt (Süd­afri­ka) der Welt­öf­fent­lich­keit 1967 und 1968 prä­sen­tier­te.

Washkan­sky starb 18 Tage nach der Ver­pflan­zung eines Her­zens, das aus einer Lei­che stamm­te. Blai­berg hin­ge­gen erhielt 12 Tage nach die­sem miss­lun­ge­nen Men­schen­ver­such das Organ des als „hirn­tot“ dekla­rier­ten, dun­kel­häu­ti­gen 24-jäh­ri­gen Cli­ve Haupt aus dem süd­afri­ka­ni­schen Armuts­mi­lieu. Blai­berg über­leb­te die­ses Expe­ri­ment immer­hin 19 Mona­te län­ger als Washkan­sky. Seit­her hat sich die Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin auf die Organ­ge­win­nung von „Hirn­to­ten“ zu beschrän­ken ver­sucht. Denn für die seit Ende des 19. Jahr­hun­derts begon­ne­nen Trans­plan­ta­ti­ons­ver­su­che wur­den aus­schließ­lich Orga­ne aus Lei­chen ver­wen­det. Sie hat­ten sich wegen der mit Ein­tritt des Todes begin­nen­den Ver­we­sung für die Emp­fän­ger als töd­lich erwie­sen.[2] Erst die Hirn­tod­de­fi­ni­ti­on von 1968 mach­te den Weg frei, Orga­ne von Pati­en­ten mit Hirn­ver­sa­gen aus ihren nun­mehr ‚leben­den Kör­pern’ ver­wen­den zu kön­nen.

Die Gefahr jedoch, ein Hirn­ver­sa­gen auf einer Inten­siv­sta­ti­on infol­ge eines Schlag­an­falls, einer Hirn­blu­tung, Schä­del­ver­let­zung oder eines Hirn­tu­mors zu erlei­den, war und bleibt extrem gering, so dass die Zahl „hirn­to­ter“ Organ­spen­der von vorn­her­ein begrenzt ist. Der von Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zi­nern welt­weit beklag­te chro­ni­sche Organ­man­gel ist somit der Tat­sa­che geschul­det, dass über­haupt nur etwa 0,3 Pro­zent der Ver­stor­be­nen als hirn­to­te Organ­spen­der in Betracht kom­men,[3] soll­te ihr Gehirn noch vor dem Atem-Herz­still­stand auf einer Inten­siv­sta­ti­on ver­sa­gen.

Dro­hen­der Herz­tod vor der Organ­ge­win­nung

Die in der Wer­bung um Organ­spen­de ein­ge­bläu­te Gleich­set­zung eines Hirn­ver­sa­gens mit dem Tod des Men­schen stif­te­te selbst im Deut­schen Bun­des­tag Ver­wir­rung, als ein Poli­ti­ker bei einer Exper­ten­an­hö­rung 2005 um eine Erklä­rung der Abrech­nungs­ka­te­go­rie frus­tra­ne Organ­spen­de bat. Rena­te Höchst­stet­ter von der Deut­schen Kran­ken­haus­ge­sell­schaft erläu­ter­te, was dar­un­ter zu ver­ste­hen ist: „Ein Bei­spiel: Vor der Organ­ent­nah­me im Ope­ra­ti­ons­saal ist der Spen­der an einem irrever­si­blen Herz-Kreis­lauf-Tod gestor­ben.“[4]

Die­se Wort­wahl ent­hüllt die Tat­sa­che, dass jede Organ­spen­de nach dem Tod zwin­gend vor dem Tod statt­fin­den muss, soll sie nicht in eine frus­tra­ne Organ­spen­de mün­den (lat.: frus­tra­tio: ‚Täu­schung’). Eben­so warnt die Deut­sche Stif­tung Organ­spen­de (DSO) in einer Infor­ma­ti­on über den Ablauf einer Explan­ta­ti­on vor einer beson­de­ren Gefahr für die Organ­ge­win­nung: „Vor­sicht Kreis­lauf­zu­sam­men­bruch“.[5] Ein vor­zei­ti­ger Herz­tod droht ins­be­son­de­re, nach­dem der Organ­spen­der vom Brust- bis zum Scham­bein geöff­net wor­den ist und die Pro­ze­dur der Organ­ge­win­nung beginnt. „Wenn der so auf der Kip­pe steht, daß der Kreis­lauf sehr insta­bil ist und die Ope­ra­teu­re Sor­ge haben, daß sie die Orga­ne nicht recht­zei­tig her­aus bekom­men und man eben nicht mehr medi­ka­men­tös reani­mie­ren kann, das kann viel Druck und Hek­tik aus­lö­sen,"[6] schil­dert eine Ope­ra­ti­ons­schwes­ter in einem Inter­view. Für tot erklär­te Organ­spen­der erfah­ren ab der Hirn­tod­fest­stel­lung eine soge­nann­te Spen­der­kon­di­tio­nie­rung: Mit einem viel­fäl­ti­gen Spek­trum von inten­siv­me­di­zi­ni­schen The­ra­pie­me­tho­den sowie Medi­ka­men­ten wird ihr Ster­be­pro­zess auf­ge­hal­ten und der dro­hen­de Herz-Kreis­lauf­tod zu unter­drü­cken ver­sucht. Aus­schließ­lich für den fremd­nüt­zi­gen Zweck der Organ­ge­win­nung kön­nen sie bis zu dem durch medi­zi­ni­sches Han­deln erzeug­ten Herz­tod auf dem Ope­ra­ti­ons­tisch selbst Wie­der­be­le­bungs­be­mü­hun­gen aus­ge­setzt sein. Für den dra­ma­ti­schen, gro­ßen ope­ra­ti­ven Ein­griff der Explan­ta­ti­on ist die Ver­ab­rei­chung von einem Schmerz­mit­tel (Opio­id) üblich, auf jeden Fall aber sind mus­kel­ent­span­nen­de Medi­ka­men­te obli­ga­to­risch.[7] Wenn das Blut durch eine Nähr- und Kühl­lö­sung gegen Ver­we­sungs­pro­zes­se aus­ge­tauscht wird und die eis­kal­te Flüs­sig­keit in den Organ­spen­der dringt, kann er mit Schwit­zen, Haut­rö­tun­gen, dem Anstieg von Blut­druck, Herz­fre­quenz oder Zuckun­gen reagie­ren.[8]

Tote Per­son“ mit einem „noch über­le­ben­den, übri­gen Kör­per“

Der dop­pel­deu­ti­ge Sta­tus eines Organ­spen­ders wäh­rend der Explan­ta­ti­on ist die Kon­se­quenz der seit 1968 ver­ein­bar­ten, auf die Bedürf­nis­se der Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin zuge­schnit­te­nen Kri­te­ri­en des Hirn­to­des. Sei­ne Defi­ni­ti­on beruht auf der Zwei­tei­lung eines Men­schen in eine „tote Per­son“ mit einem „noch über­le­ben­den, übri­gen Kör­per“.[9] Die­se Wesens­zu­schrei­bung erlaubt es, Zei­chen des Lebens mit denen eines Kada­vers zu ver­ein­ba­ren. Das Herz von Hirn­to­ten schlägt, ihre Lun­gen atmen mit tech­ni­scher Hil­fe, sie ver­dau­en, schei­den aus, weh­ren Infek­tio­nen ab und kön­nen bis zu 17 Refle­xe auf­wei­sen – etwa Wäl­zen des Ober­kör­pers, Sprei­zen der Fin­ger, Hoch­zie­hen der Arme und Schul­tern.[10] Sie wer­den bis zu ihrem Herz­tod medi­zi­nisch betreut, genährt und gepflegt. Hirnster­ben­de Frau­en sind noch in der Lage, ein Kind aus­zu­tra­gen.

Bis zum Ein­tritt des Herz­to­des bleibt der Tod eines Organ­spen­ders für alle an einer Explan­ta­ti­on Betei­lig­ten wie Ärz­te, das Pfle­ge­fach­per­so­nal und die Ange­hö­ri­gen abs­trakt. Als Toter ist der Pati­ent selbst für einen Spe­zia­lis­ten nicht erkenn­bar. Und doch darf er bei einer Mul­tior­gan­ge­win­nung[11] in bis zu acht Orga­ne zer­legt wer­den, nach sei­nem Herz­tod im Rah­men der kom­mer­zia­li­sier­ten Gewe­be­s­pen­de in wei­te­re Frag­men­te – z.B. Kno­chen, Knor­pel, Venen, Blut­ge­fä­ße.[12]

Organ­spen­de und die „hei­li­ge Scheu“ vor dem Leich­nam

Die Ope­ra­ti­ons­lo­gik einer Organ­spen­de zwingt zur Auf­ga­be von Grund­sät­zen des Hos­piz­ge­dan­kens, der Medi­zi­nethik, Pal­lia­tiv­me­di­zin, Pie­tät und der Toten­für­sor­ge. Pie­tät (lat. pie­tas; ‚dank­ba­re Lie­be’) beinhal­tet zwei Aspek­te: einen wür­de­vol­len Umgang mit den Toten, der in dem Recht auf Toten­ru­he gesetz­lich ver­an­kert ist und eine von Drit­ten zu respek­tie­ren­de Tabu­zo­ne ein­räumt.[13] Aus die­sem Toten­recht lei­tet sich das Straf­de­likt der Lei­chen­schän­dung ab. Die Zer­le­gung des Organ­spen­ders in ein­zel­ne Kör­per­tei­le hin­ge­gen kün­digt nicht nur Bräu­che unse­rer Bestat­tungs­kul­tur sowie die anthro­po­lo­gisch ver­an­ker­te „hei­li­ge Scheu[14] vor dem Leich­nam auf, son­dern kehrt sie in das Gegen­teil um: in ein aggres­si­ves Ver­hält­nis, das aus Tötungs­ri­ten des Krie­ges als Rache­akt bekannt ist. Hier kön­nen die Lei­chen des Fein­des Opfer einer Zer­stü­cke­lung wer­den. Die Organ­ge­win­nung hin­ge­gen ist dem heh­ren Ziel der Lebens­ret­tung tod­kran­ker Men­schen ver­pflich­tet und gänz­lich anders moti­viert –, doch eine unein­ge­schränk­te Mul­tior­gan- und Gewe­be­s­pen­de erlaubt die Sek­ti­on eines ‚hirn­to­ten’ Pati­en­ten von Kopf bis Fuß.

Es ist wenig erstaun­lich, dass Anäs­the­sis­ten und das Pfle­ge­fach­per­so­nal, das eine Explan­ta­ti­on von Anfang bis Ende mit­er­lebt, sich beson­de­ren see­li­schen Belas­tun­gen aus­ge­setzt fühlt, bei Säug­lin­gen und Klein­kin­dern ganz beson­ders. Aber für alle an einer Organ- und Gewe­be­ge­win­nung betei­lig­ten Berufs­grup­pen ist die­se ein­zig­ar­tig gro­ße Ope­ra­ti­on mit außer­ge­wöhn­li­chen Tabu­über­schrei­tun­gen ver­bun­den. So emp­fand ein Kran­ken­pfle­ger Ekel, als Gelen­ke eines Spen­ders explan­tiert wur­den, „weil da ein­fach alles auf­ge­schnit­ten und aus­ge­nom­men wird. […] Wenn dann die gan­zen ande­ren Tei­le noch mit her­aus­kom­men, dann ist das nur noch eine Haut­hül­le. […] Auch die ande­ren Sachen, also wenn sie mit Ham­mer und Mei­ßel an einen Toten her­an­ge­hen und hand­werk­lich tätig sind, das hat für mich noch eine ande­re Qua­li­tät."[15] Und selbst der Pio­nier der öster­rei­chi­sche Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin Rai­mund Mar­grei­ter sträubt sich gegen eine Kno­chen­ent­nah­me: „Wenn inne­re Orga­ne ent­nom­men wer­den, dann stört das ja im Prin­zip den äuße­ren Aspekt nicht. Damit habe ich über­haupt kei­ne Pro­ble­me. Aber wenn es dar­um geht, lan­ge Röh­ren­kno­chen zu ent­neh­men, die dann nicht ersetzt wer­den, so daß ein Bein her­un­ter­fällt wie beim Ham­pel­mann, das wäre etwas, das mich per­sön­lich stö­ren wür­de“.[16] Die Ver­pflan­zungs­me­di­zin muss und kann sich bei einer Mul­tior­gan- und Gewe­be­s­pen­de über sol­che Hem­mun­gen vor allem mit Hil­fe des hoch­gra­dig arbeits­tei­lig orga­ni­sier­ten Trans­plan­ta­ti­ons­ge­sche­hens hin­weg­set­zen.[17]

Organ­spen­de: Der Ver­zicht auf eine pal­lia­tiv­me­di­zi­ni­sche und fami­liä­re Ster­be­be­glei­tung

Auch hat die Pal­lia­tiv­me­di­zin (lat. pal­lia­tio: ‚Bemän­te­lung’) vor dem Ein­tritt des (Herz-)Todes eines Organ­spen­ders zu wei­chen. Da sie grund­sätz­lich nicht für die Hei­lung eines erkrank­ten Men­schen, son­dern aus­schließ­lich für die Lin­de­rung sei­ner Beschwer­den zustän­dig ist, zählt auch zu ihrem Auf­ga­ben­feld die medi­zi­ni­sche, psy­cho­lo­gi­sche und sozia­le Beglei­tung von Pati­en­ten im fina­len Sta­di­um auf einer Inten­siv­sta­ti­on. Wenn die The­ra­pie been­det und dem Ster­ben frei­er Lauf gelas­sen wird, ist die Pal­lia­tiv­me­di­zin dar­auf kon­zen­triert, durch ärzt­li­che Maß­nah­men den Ster­be­pro­zess zu erleich­tern: Bevor die Gerä­te abge­stellt wer­den, erhält der Pati­ent Medi­ka­men­te zur Beru­hi­gung gegen Atem­not und Schmer­zen (Anal­go­se­da­ti­on). Wenn ein Kom­a­pa­ti­ent mit dro­hen­dem oder bereits ein­ge­tre­te­nem Hirn­ver­sa­gen nicht für eine Organ­spen­de zur Ver­fü­gung steht, hat er bei einem inten­siv­me­di­zi­ni­schen Behand­lungs­ab­bruch – wie alle ande­ren Pati­en­ten wäh­rend der Been­di­gung ihrer The­ra­pie auch – einen Rechts­an­spruch auf eine pal­lia­tiv­me­di­zi­ni­sche Betreu­ung.[18]

Ange­hö­ri­ge der Pati­en­ten­grup­pe poten­ti­el­ler oder bereits hirn­to­ter Men­schen, die sich zu Organ­spen­dern erklärt haben oder dafür frei­ge­ge­ben wor­den sind, ver­lie­ren die­se Mög­lich­keit einer pal­lia­tiv­me­di­zi­ni­schen Behand­lung. Eben­so ver­zich­ten sie auf eine fami­liä­re und freund­schaft­li­che Ster­be­be­glei­tung. Die medi­zi­ni­sche und sozia­le Gestal­tung des Ster­bens und des Todes eines Organ­spen­ders ist aus­schließ­lich von fremd­nüt­zi­gen Inter­es­sen bestimmt. Im Gegen­satz dazu ste­hen in einem Hos­piz und der pal­lia­tiv­me­di­zi­ni­schen Behand­lung der Ster­ben­de selbst sowie die Bezie­hung zu sei­ner Fami­lie und sei­nem Freund­kreis im Mit­tel­punkt die­ses dra­ma­ti­schen Gesche­hens.

Die her­aus­for­dern­de Hirn­tod­un­ter­su­chung an einem leben­den Kom­a­pa­ti­en­ten: Ste­chen, Eis­was­ser­spü­lung der äuße­ren Gehör­gän­ge, Rei­zung des Atem­zen­trums

Auch die Hirn­tod­dia­gnos­tik unter­schei­det sich dras­tisch von der Durch­füh­rung und den Kri­te­ri­en der ärzt­li­chen Todes­fest­stel­lung, die bei etwa 99,75 Pro­zent der Ver­stor­be­nen wei­ter­hin rechts­ver­bind­lich sind. Die Prü­fung der Zei­chen des Todes (z.B. Lei­chen­bläs­se, Toten­fle­cke, Fäul­nis) kann erst erfol­gen, nach­dem ein Mensch gestor­ben ist. Dem­ge­gen­über gel­ten Kom­a­pa­ti­en­ten vor und wäh­rend der Hirn­tod­un­ter­su­chung als leben­dig. In die­ser Pha­se genie­ßen sie alle Schutz­rech­te von Leben­den. Den­noch dür­fen die Hirn­tod­dia­gnos­tik und die sich damit ver­bin­den­de Organ­ge­win­nung ohne vor­he­ri­ge ärzt­li­che Auf­klä­rung und Ein­ver­ständ­nis­er­klä­rung durch­ge­führt wer­den, obwohl allein die Hirn­tod­un­ter­su­chung mit Kör­per­ver­let­zun­gen durch viel­fa­che Pro­vo­ka­tio­nen, vor allem bei der Funk­ti­ons­prü­fung des Hirn­stamms, ver­bun­den ist: z.B. hef­ti­ge Schmerz­rei­ze (wie Stich in den Tri­genimus­nerv), Eis­was­ser­spü­lung der äuße­ren Gehör­gän­ge, Rei­zung des Atem­zen­trums (Apnoe-Test), des Bron­chi­al­raums oder fes­tes Drü­cken der Aug­äp­fel. Schließ­lich sind die Zei­chen des Todes in nur einem Organ (Gehirn) loka­li­siert und von denen des Lebens (leben­der Kör­per) genau abzu­gren­zen, gleich­zei­tig aber mit­ein­an­der zu ver­bin­den. Ent­spre­chend schreibt die Hirn­tod­fest­stel­lung zahl­lo­se Abs­trak­ti­ons­schrit­te vor. Selbst der nicht beob­acht­ba­re Todes­ein­tritt wird mit der Uhr­zeit der letz­ten geleis­te­ten Unter­schrift des zwei­ten Hirn­tod­dia­gnos­ti­kers als büro­kra­ti­scher Akt fik­tiv gleich­ge­setzt und auf dem Pro­to­koll­bo­gen die­ser Todes­fest­stel­lung beschei­nigt.[19]

Die poli­tisch ver­ord­ne­te „nach­hal­ti­ge“ Erhö­hung der Zahl von Organ­spen­dern

Seit Herbst 2018 hat sich der Deut­sche Bun­des­tag mit einem weit­ge­hend par­tei­über­grei­fen­den Kon­sens das poli­ti­sche Ziel gesetzt, durch die Ein­füh­rung eines neu­en Über­wa­chungs­sys­tems von allen deut­schen Kli­ni­ken mit Inten­siv­sta­tio­nen – 2012 per Gesetz in „Ent­nah­me­kran­ken­häu­ser[20] umbe­nannt – „die Organ­spen­de­zah­len nach­hal­tig zu erhö­hen“.[21] So waren bis­her schon alle Ent­nah­me­kran­ken­häu­ser zur soge­nann­ten Spen­der­mel­dung ver­pflich­tet, vie­le sind ihr aber nicht nach­ge­kom­men. Der „Ent­wurf eines Geset­zes für bes­se­re Zusam­men­ar­beit und bes­se­re Struk­tu­ren bei der Organ­spen­de“[22] sieht des­we­gen ein ver­schärf­tes Kon­troll- und „flä­chen­de­cken­des Bericht­sys­tem[23] der gesam­ten deut­schen Inten­siv­me­di­zin vor, das nun­mehr in die Hän­de einer pri­vat­recht­li­chen Stif­tung – der DSO – gelegt wird. Die DSO soll als Über­wa­chungs­in­stanz bei der neu zu eta­blie­ren­den jähr­li­chen Bericht­erstat­tung der Ent­nah­me­kran­ken­häu­ser dazu auto­ri­siert wer­den, alle (anony­mi­sier­ten) Pati­en­ten­ak­ten und Todes­fäl­le mit pri­mä­rer und sekun­dä­rer Hirn­schä­di­gung auf sämt­li­chen Inten­siv­sta­tio­nen Deutsch­lands unter der Fra­ge­stel­lung aus­zu­wer­ten: Hat das jewei­li­ge Ent­nah­me­kran­ken­haus „die Rea­li­sie­rung von Organ­spen­den aus­ge­schöpft“?[24]

Die Trans­plan­ta­ti­ons­be­auf­trag­ten, die in den Ent­nah­me­kran­ken­häu­sern mit der DSO und der Stif­tung Euro­trans­plant mit Sitz im hol­län­di­schen Lei­den zusam­men­ar­bei­ten, erhal­ten für die­sen spe­zi­el­len Zweck der „Aus­schöp­fung“ durch die so bezeich­ne­te „Spen­der­erken­nung“ und „Spen­der­iden­ti­fi­zie­rung[25] ein unein­ge­schränk­tes „Zugangs­recht auf die Inten­siv­sta­ti­on“.[26] In ihrer Über­wa­chungs­funk­ti­on dür­fen sie jeder­zeit „den Stand der Organ­spen­de“[27] auf Inten­siv­sta­tio­nen ermit­teln. Dafür sind ihnen von Ärz­ten „die für die Aus­wer­tung des Spen­der­po­ten­ti­als erfor­der­li­chen Infor­ma­tio­nen“[28] zur Ver­fü­gung zu stel­len. Noch vor der Dia­gnos­tik sowie dem Ein­tritt des Hirn­to­des sind sie in die Behand­lung eines hirn­tod­ver­däch­ti­gen Pati­en­ten ein­zu­be­zie­hen.[29]

Die­ses Spen­der­erken­nungs­sys­tem, das den Daten­schutz sowie die ärzt­li­che Schwei­ge- und Sorg­falts­pflicht zu ver­let­zen droht, ist durch die dop­pel­te Hono­rie­rung der Ent­nah­me­kran­ken­häu­ser zu garan­tie­ren. In dem Gesetz­ent­wurf wer­den die auf alle gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen zukom­men­den Kos­ten für die Durch­su­chung der deut­schen Inten­siv­me­di­zin nach poten­ti­el­len Organ­spen­dern auf 34 Mil­lio­nen Euro geschätzt.[30]

Die Mach­bar­keit des „Hirn“-Todes im Zei­chen eines flä­chen­de­cken­den Spen­der­erken­nungs-Sys­tems

Anläss­lich der geplan­ten Novel­lie­rung des Trans­plan­ta­ti­ons­ge­set­zes weist der Inter­nist Ste­phan Sahm, Chef­arzt des Ket­te­ler Kran­ken­hau­ses Offen­bach und Pro­fes­sor für Medi­zi­ni­sche Ethik, auf die Gefahr hin, dass unse­re gera­de erst so „müh­sam erlern­te Kul­tur der Begren­zung medi­zi­ni­scher Maß­nah­men“[31] bei inten­siv­me­di­zi­nisch betreu­ten Pati­en­ten mit einem abseh­ba­ren Krank­heits­ver­lauf hin zum Hirn­tod erneut lahm­ge­legt zu wer­den droht. Die Behand­lung eines poten­ti­el­len Organ­spen­ders, bei dem ein Hirn­ver­sa­gen pro­gnos­ti­zier­bar, aber noch nicht ein­ge­tre­ten ist, muss exklu­siv für den Zweck der Gewin­nung sei­ner Orga­ne bis zum Hirn­tod ver­län­gert wer­den – laut Gesetz­ent­wurf auch als Maß­nah­me der staat­lich ver­ord­ne­ten Spen­der­zahl­ma­xi­mie­rung. Der Ein­tritt des Hirn­to­des selbst mutiert zum The­ra­pie­ziel, das nicht mehr dem Wohl des ster­ben­den Pati­en­ten ver­pflich­tet ist.

So führ­te der Gesund­heits­wis­sen­schaft­ler Karl Blum eine Pilot­stu­die im Auf­trag der DSO (2010 bis 2012) unter der Fra­ge­stel­lung durch: ob und in wel­chem Umfang das unter sei­ner Lei­tung in 112 deut­schen Kli­ni­ken durch­ge­führ­te Pro­jekt „zu einer Erhö­hung des Spen­der­auf­kom­mens geführt hat und wel­che orga­ni­sa­to­ri­schen und per­so­nel­len Vor­aus­set­zun­gen für die­sen Zweck geschaf­fen wur­den“. Blum nennt „erfolgs­kri­ti­sche Fak­to­ren für eine hohe Spen­der­iden­ti­fi­ka­ti­on bzw. hohe Spen­der­zah­len“.[32] Einen „erfolgs­kri­ti­schen Fak­tor“ reprä­sen­tiert der Fall eines Pati­en­ten mit einem ungüns­ti­gen Krank­heits­ver­lauf infol­ge einer Hirn­schä­di­gung, bei dem im Rah­men einer pal­lia­tiv­me­di­zi­ni­schen Beglei­tung ein Behand­lungs­ab­bruch ange­zeigt ist. Für das Ziel der Spen­der­zahl­erhö­hung gibt der Autor die Anwei­sung zur fremd­nüt­zi­gen Ver­län­ge­rung des Ster­be­pro­zes­ses die­ses Men­schen: „bei Pro­gno­se infaust nicht sofor­ti­ge The­ra­pieli­mi­tie­rung, son­dern pri­mär organer­hal­ten­de The­ra­pie, neu­ro­lo­gi­sche Pro­gre­di­enz [zuneh­men­de Ver­schlim­me­rung einer Krank­heit] zulas­sen“.[33]

Unter dem­sel­ben Aspekt erör­tern der Pro­fes­sor für Psy­cho­lo­gie Frank Erb­guth und die Neu­ro­lo­gin sowie lei­ten­de Ober­ärz­tin Wen­ke Diet­rich vom Kli­ni­kum Nürn­berg die mitt­ler­wei­le häu­fi­ger auf­tre­ten­de Situa­ti­on eines ster­ben­den Pati­en­ten mit einer Pati­en­ten­ver­fü­gung und einem sich ihr wider­spre­chen­den, posi­tiv aus­ge­füll­ten Organ­spen­de­aus­weis. Hat sich ein Mensch zum Organ­spen­der erklärt, darf ein Per­spek­tiv­wech­sel weg von sei­nen eige­nen Inter­es­sen als Ster­ben­der, hin zu sei­nem Kör­per als Organ­res­sour­ce durch eine Hirn­tod­dia­gnos­tik sowie die spe­zi­el­le Ver­län­ge­rung der inten­siv­me­di­zi­ni­schen The­ra­pie (soge­nann­te „Spen­der­kon­di­tio­nie­rung“) und die Explan­ta­ti­on vor­ge­nom­men wer­den, auch wenn jedem, außer­halb des Trans­plan­ta­ti­ons­sys­tems ste­hen­den, ‚Lai­en’, durch die Rede von der ‚Kada­ver­spen­de’ die­se kom­pli­zier­te medi­zi­ni­sche Behand­lungs­lo­gik voll­ends fremd ist: „Wenn in einer pro­gnos­tisch ungüns­ti­gen Kom­a­pha­se vor dem Hirn­tod (‚erwar­te­ter Hirn­tod’) die Indi­ka­ti­on für eine lebens­er­hal­ten­de The­ra­pie zwei­fel­haft wird oder sich der Pati­ent gegen ent­spre­chen­de Maß­nah­men aus­ge­spro­chen hat, ent­steht ein Dilem­ma: es besteht ein Wider­spruch zwi­schen der für die mög­li­che Organ­ent­nah­me not­wen­di­gen Fort­set­zung inten­siv­me­di­zi­ni­scher Maß­nah­men bis zum Ein­tritt des Hirn­to­des und dem aus der Erkran­kungs- und Ein­wil­li­gungs­si­tua­ti­on allein nicht mehr gerecht­fer­tig­ten Behand­lungs­auf­trag.“[34]

Ein medi­zi­ni­sches Han­deln, das ein­zig und allein die „not­wen­di­ge Fort­set­zung“ der Inten­siv­the­ra­pie für den Zweck der Organ­ge­win­nung im Sinn hat, folgt nun­mehr laut Gesetz­ent­wurf dem poli­ti­schen Dik­tat einer nach­hal­ti­gen Erhö­hung der Spen­der­zah­len. Es kol­li­diert jedoch mit Prä­mis­sen der ärzt­li­chen Sorg­falts- und Schwei­ge­pflicht sowie der medi­zi­ni­schen Ethik, solan­ge die betrof­fe­nen Pati­en­ten über den Hirn­tod, sei­ne kör­per­ver­let­zen­de Dia­gnos­tik, Maß­nah­men der „Spen­der­kon­di­tio­nie­rung“ sowie das Pro­ze­de­re einer Organ­ge­win­nung nicht prä­zi­se auf­ge­klärt wor­den sind und auf Basis die­ses Wis­sens ihre Zustim­mung gege­ben haben. So erklä­ren Wen­ke Diet­rich und Frank Erb­guth die­se Situa­ti­on: „Ein Nut­zen Drit­ter – im kon­kre­ten Fall des poten­zi­el­len Organ­emp­fän­gers – gene­riert per se kei­ne medi­zi­ni­sche Indi­ka­ti­on und legi­ti­miert somit kei­ne The­ra­pie­fort­set­zung. Nur eine aus­drück­li­che Ein­wil­li­gung des Pati­en­ten oder sei­nes Ver­tre­ters kann eine Indi­ka­ti­on für the­ra­peu­ti­sche Maß­nah­men zuguns­ten Drit­ter ent­ste­hen las­sen und recht­fer­ti­gen; ansons­ten erfüll­te sie den Tat­be­stand der Kör­per­ver­let­zung.“[35] Schließ­lich bewegt sich die Wei­ter­be­hand­lung von Pati­en­ten mit einer Hirn­schä­di­gung und einer aus­sichts­lo­sen Pro­gno­se, wie auch Ste­phan Sahm ver­deut­licht, „an der Gren­ze zum Tat­be­stand der Kör­per­ver­let­zung“.[36] Sahm betont den Cha­rak­ter des Hirn­to­des als den „End­zu­stand nach Schä­di­gung des Gehirns“.[37] Inso­fern han­de­le es sich bei die­sem neu­ro­lo­gi­schen Phä­no­men um ein „Arte­fakt“ (lat.: ‚künst­lich her­vor­ge­ru­fen’). „Denn“, so Sahm, „den Hirn­tod kann man machen.“[38]

Das „gerecht­fer­tig­te Töten“ für die Lebens­ret­tung ande­rer Pati­en­ten

In der sci­en­ti­fic com­mu­ni­ty – der Medi­zin, Theo­lo­gie, Rechts­wis­sen­schaft, Kul­tur­anthro­po­lo­gie, Phi­lo­so­phie, Sozio­lo­gie – ist seit der Ein­füh­rung der Hirn­tod­de­fi­ni­ti­on (1968) die Reduk­ti­on des Ster­be­pro­zes­ses auf das Hirn­ver­sa­gen umstrit­ten. Im Rah­men die­ses Dis­kur­ses wur­de die Ope­ra­ti­on einer Organ­ge­win­nung von nam­haf­ten Pro­fes­so­ren der Medi­zin wie Robert D. Truog (Har­vard Uni­ver­si­ty, USA) und Fran­k­lin G. Mil­ler (Natio­nal Insti­tu­tes of Health) auch schon als „jus­ti­fied kil­ling[39] – als gerecht­fer­tig­tes Töten für die Lebens­ret­tung ande­rer Pati­en­ten legi­ti­miert. Kri­ti­ker des trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zi­nisch ver­eng­ten Todes­be­griffs gehen davon aus, dass ein Gehirn nicht als ein auto­nom leben­di­ges Wesen, son­dern nur als „Organ eines Lebe­we­sens[40] ver­stan­den wer­den kann. Der Phi­lo­soph Hans Jonas for­der­te anläss­lich der Hirn­tod­ver­ein­ba­rung von 1968 eine „maxi­ma­le ‚Todes­de­fi­ni­ti­on“. Alles ande­re hie­ße, sich „ein Wis­sen anma­ßen, das wir […] nicht haben kön­nen. […] Wer kann wis­sen, wann jetzt das Sezier­mes­ser zu schnei­den beginnt, ob nicht ein Schock, ein letz­tes Trau­ma einem nicht­zere­b­ra­len, dif­fus aus­ge­brei­te­ten Emp­fin­den zuge­fügt wird, das noch lei­dens­fä­hig ist […]? Kein Dekret der Defi­ni­ti­on kann die­se Fra­ge ent­schei­den.“[41]

Die Hirn­tod­de­fi­ni­ti­on hin­ge­gen fixiert den Tod eines Men­schen auf ein ein­zi­ges Organ sowie einen ein­zi­gen und zugleich nicht bestimm­ba­ren, fik­ti­ven Zeit­punkt. Das Ster­ben wird durch die­se Todes­ver­ein­ba­rung in sei­nem pro­zess­haf­ten Cha­rak­ter im bio­lo­gi­schen Sin­ne, aber auch als ein sozia­les Ereig­nis ver­leug­net und somit die fami­liä­re, freund­schaft­li­che Beglei­tung eines wehr­lo­sen, hilfs­be­dürf­ti­gen Men­schen in sei­nen letz­ten Stun­den als eine hin­fäl­li­ge Hand­lung zer­stört. Statt­des­sen erfährt ein Organ­spen­der im Rah­men der gro­ßen Ope­ra­ti­on einer Explan­ta­ti­on eine radi­ka­le Ver­ding­li­chung, die sich auch in der trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zi­ni­schen Begriffs­wahl offen­bart – etwa, wenn von einem hirn­to­ten Pati­en­ten als „Rest­kör­per“, „Herz-Lun­gen­pa­ket“, „human vege­ta­ble“, „leben­den Zell­be­stand­teil[42] oder einem „Organ­an­ge­bot“[43] die Rede ist. Die­se ent­mensch­li­chen­de Spra­che erzeugt eine Men­ta­li­tät, die einen ster­ben­den Men­schen als Mate­ri­al und sozi­al Aus­ge­sto­ße­nen zu ver­nütz­li­chen erlaubt.

Die Medi­zin- und Kul­tur­his­to­ri­ke­rin Anna Berg­mann lehrt als apl. Pro­fes­so­rin an der Kul­tur­wis­sen­schaft­li­chen Fakul­tät der Euro­pa-Uni­ver­si­tät Via­dri­na. Sie war als Gast­pro­fes­so­rin an den Uni­ver­si­tä­ten in Braun­schweig, Graz, Inns­bruck, Kla­gen­furt und Wien tätig.

Lite­ra­tur­an­ga­ben


  1. Arbeits­kreis Organ­spen­de (Hg.): Organ­spen­de ret­tet Leben!, Neu-Isen­burg o.J., S. 8.

  2. Vgl. Schlich, Tho­mas: Die Erfin­dung der Organ­trans­plan­ta­ti­on. Erfolg und Schei­tern des chir­ur­gi­schen Organ­er­sat­zes (1880 – 1930). Frankfurt/M. – New York 1998.

  3. So kom­men in dem „beschaffungsfreundlich(en)“ Land Öster­reich (vgl. Schmid, Christof/Schmitt, Jan. D./Scheld, Hans, H.: Herz­trans­plan­ta­ti­on in Deutsch­land. Ein geschicht­li­cher Über­blick. Darm­stadt 2003, S. 82) etwa maxi­mal 0,25 Pro­zent der Gestor­be­nen als „hirn­to­te“ Organ­spen­der in Betracht. Vgl. Sta­tis­tik Aus­tria, Sta­tis­tik der natür­li­chen Bevöl­ke­rungs­be­we­gung, Gestor­be­ne nach aus­ge­wähl­ten Merk­ma­len, Lebens­er­war­tung und Säug­lings­sterb­lich­keit seit 2007. In: https://​www​.sta​tis​tik​.at/​w​e​b​_​d​e​/​s​t​a​t​i​s​t​i​k​e​n​/​m​e​n​s​c​h​e​n​_​u​n​d​_​g​e​s​e​l​l​s​c​h​a​f​t​/​b​e​v​o​e​l​k​e​r​u​n​g​/​g​e​s​t​o​r​b​e​n​e​/​i​n​d​e​x​.​h​tml (17.09.2018); vgl. Euro­trans­plant: Sta­tis­ti­cal Report 2017. Lei­den o.J., S. 2: https://www.eurotransplant.org/cms/mediaobject.php?file=803150+020288+Statistical+Report+2017+%28online%2913.pdf (17.09.2018) In Deutsch­land beweg­te sich die Rela­ti­on von Gestor­be­nen und explan­tier­ten „hirn­to­ten“ Pati­en­ten vor den Skan­da­len bis 2012 zwi­schen etwa 0,13 und 0,16 Pro­zent und danach san­ken sie auf zir­ka 0,09 Pro­zent. Vgl. ebd.; Sta­tis­ti­sches Bun­des­amt. Gestor­be­ne, Ster­be­fäl­le je 1000 Ein­woh­ner 1950 bis 2017. In: https://​www​-gene​sis​.desta​tis​.de/​g​e​n​e​s​i​s​/​o​n​l​i​n​e​/​d​a​t​a​;​s​i​d​=​D​1​4​1​7​C​D​1​F​3​7​2​B​F​5​0​1​6​8​0​D​D​A​7​4​B​9​0​9​F​A​F​.​G​O​_​1​_​3​?​o​p​e​r​a​t​i​o​n​=​a​b​r​u​f​t​a​b​e​l​l​e​B​e​a​r​b​e​i​t​e​n​&​l​e​v​e​l​i​n​d​e​x​=​1​&​l​e​v​e​l​i​d​=​1​5​3​7​2​3​2​7​8​3​4​5​3​&​a​u​s​w​a​h​l​o​p​e​r​a​t​i​o​n​=​a​b​r​u​f​t​a​b​e​l​l​e​A​u​s​p​r​a​e​g​u​n​g​A​u​s​w​a​e​h​l​e​n​&​a​u​s​w​a​h​l​v​e​r​z​e​i​c​h​n​i​s​=​o​r​d​n​u​n​g​s​s​t​r​u​k​t​u​r​&​a​u​s​w​a​h​l​z​i​e​l​=​w​e​r​t​e​a​b​r​u​f​&​s​e​l​e​c​t​i​o​n​n​a​m​e​=​1​2​613 – 0001&auswahltext=&werteabruf=Werteabruf (17.09.2018)

  4. Deut­scher Bun­des­tag, 15. Wahl­pe­ri­ode, Enquete-Kom­mis­si­on. Ethik und Recht der moder­nen Medi­zin. Wort­pro­to­koll, 33. Sit­zung vom 14.05.2005, S. 65 (Her­vor­he­bung A.B).

  5. Kom­pakt­in­for­ma­ti­on Organ­ent­nah­me. Hrsg. von der Deut­schen Stif­tung Organ­trans­plan­ta­ti­on. Neu-Isen­burg 2003, 2. überarb. Aufl., Punkt: 7.0; Punkt 7.2.3, S. 3.

  6. Zit.n. Bau­reit­hel, Ulrike/Bergmann, Anna: Herz­lo­ser Tod. Das Dilem­ma der Organ­spen­de, Stutt­gart 1999, S. 151. Vgl. auch für das Fol­gen­de: Gesa Lin­de­mann, Beun­ru­hi­gen­de Sicher­hei­ten, Kon­stanz 2003; Berg­mann, Anna: Organ­spen­den zwi­schen ani­mis­tisch-magi­schen Todes­vor­stel­lun­gen und medi­zi­ni­scher Ratio­na­li­tät, in: Klin­ger, Cor­ne­lia (Hg.), Per­spek­ti­ven des Todes in der moder­nen Gesell­schaft, Wien – Ber­lin 2009, S. 24 – 55; Berg­mann, Anna: Der ent­seel­te Pati­ent. Die moder­ne Medi­zin und der Tod. Stutt­gart 2015 (2. überarb. Aufl.), S. 256 – 307.

  7. Schla­ke, Hans-Peter/Roo­sen, Klaus: Der Hirn­tod als der Tod des Men­schen. Hrsg. von der Deut­schen Stif­tung Organ­trans­plan­ta­ti­on. Neu-Isen­burg o. J., S. 52.

  8. Vgl. Ger­hard Schwarz, Dis­so­zi­ier­ter Hirn­tod, Ber­lin u. a. 1990, S. 44 – 45.

  9. Spitt­ler, Johann Fried­rich: Der Hirn­tod. Tod des Men­schen. Grund­la­gen und medi­zi­ni­sche Gesichts­punk­te. In: Ethik in der Medi­zin 7 (1995), S. 130.

  10. Vgl. Pendl, Ger­hard: Der Hirn­tod. Eine Ein­füh­rung in sei­ne Dia­gnos­tik und Pro­ble­ma­tik, Wien – New York 1986, S. 30 ff.; Schlich, Thomas/Wiesemann, Clau­dia (Hrg.): Hirn­tod. Zur Kul­tur­ge­schich­te der Todes­fest­stel­lung, Frankfurt/M. 2001.

  11. 2017 lag in Deutsch­land der Anteil der Mul­tior­gan­spen­der bei 83,9 Pro­zent. Vgl. Euro­trans­plant. Sta­tis­ti­cal Report 2017. Lei­den o.J., S. 9.

  12. Böhn­ke, Ocka Anna: Die Kom­mer­zia­li­sie­rung der Gewe­be­s­pen­de. Eine Erör­te­rung des Res­sour­cen­man­gels in der Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin unter beson­de­rer Berück­sich­ti­gung der Wider­spruchs­lö­sung. Frankfurt/M. u. a. 2010.

  13. Vgl. Rüping, Hin­rich: Mate­ri­el­les und Imma­te­ri­el­les im straf­recht­li­chen Schutz der Lei­che. In: Bon­dol­fi, Alberto/Kostka, Ulrike/Seelmann, Kurt (Hg.): Ethik und Recht. Bd. 1: Hirn­tod und Organ­spen­de. Tübin­gen – Basel 2004, S. 105 – 118.

  14. Zit.n. Mit­scher­lich, Alex­an­der: Auf dem Weg zur vater­lo­sen Gesell­schaft. Ide­en zur Sozi­al­psy­cho­lo­gie. Mün­chen 1968, S. 260.

  15. Zit.n. Baureithel/Bergmann 1999, S. 177; vgl. außer­dem: ebd., 181f.

  16. Zit. n. Baureithel/Bergmann 1999, S. 177.

  17. Vgl. dazu Berg­mann 2015, S. 297.

  18. Vgl. Peters, Alexander/Wehn, Roland: Pal­lia­tiv­me­di­zin: Wenn das Leben eines Pati­en­ten nicht mehr zu ret­ten ist ... Rechts­an­wäl­te erläu­tern die der­zei­ti­ge Rechts­la­ge zur indi­rek­ten, akti­ven und pas­si­ven Ster­be­hil­fe. In: http://​www​.wer​ner​schell​.de/​w​e​b​/​0​5​/​s​t​e​r​b​e​h​i​l​f​e​.​php (17.09.2018) „Bei einer schuld­haf­ten Ver­let­zung die­ser Pflicht liegt eine straf­ba­re Kör­per­ver­let­zung vor. Jeder Pati­ent hat einen Anspruch auf Grund­pfle­ge und Lei­dens­min­de­rung,“ erklä­ren die Juris­ten Alex­an­der Peters und Roland Wehn.

  19. Vgl. Baureithel/Bergmann 1999, S. 55 – 92.

  20. § 9a Ent­nah­me­kran­ken­häu­ser. In: Gesetz zur Ände­rung des Trans­plan­ta­ti­ons­ge­set­zes (TPGÄndG) vom 21.07.2012, BGBl. I, S. 1601 (Nr. 35).

  21. Gesetz­ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung. Bun­des­rat. Druck­sa­che 547/18 vom 02.11.2018, S. 2. Vgl. dazu auch die Kolum­ne des Rechts­wis­sen­schaft­lers und ehe­ma­li­gen Vor­sit­zen­den Rich­ters des 2. Straf­se­nats des Bun­des­ge­richts­hofs Tho­mas Fischer: Ster­ben und Ster­ben las­sen. In: Spie­gelON­LINE vom 9. Novem­ber 2018: http://​www​.spie​gel​.de/​p​a​n​o​r​a​m​a​/​j​u​s​t​i​z​/​o​r​g​a​n​s​p​e​n​d​e​-​s​t​e​r​b​e​n​-​u​n​d​-​s​t​e​r​b​e​n​-​l​a​s​s​e​n​-​a​-​1​2​3​7​6​7​6​.​h​tml (Febru­ar 2019)

  22. Vgl. ebd., S. 1 – 6.

  23. Ebd. S. 24.

  24. Ebd.

  25. Refe­ren­ten­ent­wurf des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Gesund­heit. Ent­wurf eines Geset­zes für bes­se­re Zusam­men­ar­beit und bes­se­re Struk­tu­ren bei der Organ­spen­de (GZSO), S. 7, S. 37, 38. https://​www​.bun​des​ge​sund​heits​mi​nis​te​ri​um​.de/​f​i​l​e​a​d​m​i​n​/​D​a​t​e​i​e​n​/​D​o​w​n​l​o​a​d​s​/​G​e​s​e​t​z​e​_​u​n​d​_​V​e​r​o​r​d​n​u​n​g​e​n​/​L​a​u​f​e​n​d​e​_​V​e​r​f​a​h​r​e​n​/​G​/​R​e​f​e​r​e​n​t​e​n​e​n​t​w​u​r​f​_​G​Z​S​O​.​pdf (01.02.2019)

  26. Gesetz­ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung. Bun­des­rat. Druck­sa­che 547/18 vom 02.11.2018, S. 11.

  27. Ebd.

  28. Ebd., S. 12.

  29. Vgl. ebd.

  30. Ebd., S. 3.

  31. Sahm, Ste­phan: Hirn­tod und Organ­spen­de. Die Leer­stel­le in Spahns Debat­te. Wer mehr Organ­spen­den möch­te, muss die Spen­der zu Leb­zei­ten aus­wäh­len und län­ger künst­lich am Leben hal­ten – Stun­den, Tage oder Wochen. Wol­len die Spen­den­wil­li­gen das? In: Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung vom 30.10.2018. https://​www​.faz​.net/​a​k​t​u​e​l​l​/​f​e​u​i​l​l​e​t​o​n​/​d​e​b​a​t​t​e​n​/​l​e​e​r​s​t​e​l​l​e​-​i​n​-​s​p​a​h​n​s​-​d​e​b​a​t​t​e​-​h​i​r​n​t​o​d​-​u​n​d​-​o​r​g​a​n​s​p​e​n​d​e​-​1​5​8​6​3​1​8​0​/​d​i​e​-​b​e​h​a​n​d​l​u​n​g​e​n​-​i​n​-​d​e​n​-​1​5​8​6​4​0​2​3​.​h​tml (01.02.2019).

  32. Blum, Karl: Inhouse­ko­or­di­na­ti­on bei Organ­spen­den. Abschluss­be­richt. For­schungs­gut­ach­ten im Auf­trag der Deut­schen Stif­tung Organ­spen­de (DSO). Hrsg. von dem Deut­schen Kran­ken­haus­in­sti­tut. Düs­sel­dorf 2012, S. 33, S. 34.

  33. Ebd., S. 71.

  34. Erb­guth, Frank/Dietrich, Wen­ke: The­ra­pie­ziel Hirn­tod. Soll ein poten­zi­el­ler Organ­spen­der mit aus­sichts­lo­ser Pro­gno­se zuguns­ten einer mög­li­chen Trans­plan­ta­ti­on lebens­ver­län­gernd behan­delt wer­den? In: Bay­ri­sches Ärz­te­blatt (2014), H. 3, S.116 (Her­vor­he­bung A.B.). http://​www​.baye​ri​sches​-aerz​te​blatt​.de/​f​i​l​e​a​d​m​i​n​/​a​e​r​z​t​e​b​l​a​t​t​/​a​u​s​g​a​b​e​n​/​2​0​1​4​/​0​3​/​e​i​n​z​e​l​p​d​f​/​B​A​B​_​3​_​2​0​1​4​_​1​1​6​_​1​1​9​.​pdf

  35. Erbguth/Dietrich 2014, S. 118.

  36. Sahm 2018.

  37. Ebd. (Her­vor­he­bung A.B.)

  38. Ebd. Vgl. dazu außer­dem: Erbguth/Dietrich 2014, S. 116 – 119.

  39. Truog, Robert D./Miller, Fran­k­lin G.: Rethin­king the Ethics of Vital Organ Dona­ti­ons. In: Has­tings Report 38 (2008) 6, S. 42: „As we have noted, the ‚brain dead’ are not real­ly dead, […] Are we guil­ty of obfus­ca­ti­on by try­ing to avo­id describ­ing the prac­tices of with­drawing life sup­port and retrie­ving vital organs from living donors as kil­ling? We think that invo­king the noti­on of ‘jus­ti­fied kil­ling’ as cen­tral to our recom­men­ded poli­cy for organ retrie­val, alt­hough not inac­cu­ra­te, would com­pro­mi­se its poten­ti­al to be endor­sed. This is a mat­ter of rhe­to­ric, not logic. Just as the con­tem­pora­ry use of ‚sui­ci­de’ in popu­lar and cli­ni­cal dis­cour­se as indi­ca­ting men­tal ill­ness inter­fe­res with reco­gni­zing that some acts of inten­ded and self-cau­sed death are ratio­nal, so the use of ‚kil­ling’ in the medi­cal con­text inter­fe­res with reco­gni­zing that many instan­ces of life-ter­mi­na­ting medi­cal acts are jus­ti­fied. We would descri­be both the­se prac­tices as acts that cau­se death but are not cri­mi­nal homic­i­de. The emo­tio­nal­ly char­ged and value-laden lan­guage of ‚kil­ling’ gets in the way.“ (Ebd.) Vgl. auch Wil­kin­son, Dominic/Savulescu, Julian:Should we allow Organ Dona­ti­on Eutha­ni­sa? Alter­na­ti­ves for Maxi­mi­zing the Num­ber and Qua­li­ty of Organs for Trans­plan­ta­ti­on. In: Bio­ethics 26 (2012), H. 1, S. 32 – 48. https://​www​.ncbi​.nlm​.nih​.gov/​p​m​c​/​a​r​t​i​c​l​e​s​/​P​M​C​3​2​6​7​0​48/; Truog, Robert D./Pope, Thad­de­us, Mason/Jones, David, S.: The 50-Year Lega­cy of the Har­vard Report on Brain Death. In: Jour­nal of the Ame­ri­can Medi­cal Asso­cia­ti­on 320 (2018), H. 4, S. 335 – 336. https://​www​.ncbi​.nlm​.nih​.gov/​p​u​b​m​e​d​/​2​9​8​7​9​281 (01.02.2019); https://​www​.the​has​tings​cen​ter​.org/​p​u​b​l​i​c​a​t​i​o​n​s​-​r​e​s​o​u​r​c​e​s​/​s​p​e​c​i​a​l​-​r​e​p​o​r​t​s​-​2​/​w​h​a​t​-​d​o​e​s​-​d​e​a​d​-​m​e​an/ (01.02.2019)

  40. Fuchs, Tho­mas: Das Gehirn – ein Bezie­hungs­or­gan. Eine phä­no­me­no­lo­gisch-öko­lo­gi­sche Kon­zep­ti­on. Stutt­gart 2010 (3. Aktua­li­sier­te und erw. Aufl.), S. 294 (Her­vor­he­bung der Autor). Vgl. z.B. zur medi­zi­ni­schen, theo­lo­gi­schen und sozi­al­wis­sen­schaft­li­chen Hirn­tod­kri­tik allein in Deutsch­land seit Ende der 1960er Jah­re: Forß­mann, Wer­ner: War­ten auf den Tod eines Organ-Spen­ders. Pro­fes­sor Forß­mann über Kon­se­quen­zen der Herz­trans­plan­ta­ti­on – Ver­lust an sitt­li­cher Sub­stanz. Abge­dr. in: Der Tages­spie­gel, Nr. 6784 vom 4. Janu­ar 1968, S. 9; Ger­lach, Joa­chim: Gehirn­tod und tota­ler Tod. In: Münch­ner medi­zi­ni­sche Wochen­schrift 111 (1969), S. 732 – 736; Hoff, Johannes/Schmitten in der, Jür­gen: Kri­tik der “Hirntod”-Konzeption. Plä­doy­er für ein men­schen­wür­di­ges Ster­ben. In: Dies. (Hg.): Wann ist der Mensch tot? Organ­ver­pflan­zung und Hirn­tod­kri­te­ri­um. Rein­bek bei Ham­burg 1994, S. 153 – 252; Bal­kenohl, Man­fred: Der umstrit­te­ne Hirn­tod. In: Ramm, Wal­ter (Hg.): Organ­spen­de. Letz­ter Lie­bes­dienst oder Eutha­na­sie. Mit einem Vor­wort von Wan­da Pół­taw­s­ka. 2. überarb. Aufl. Abt­stein­ach 1995, S. 9 – 35; Sta­pen­horst, Kurd: Über die bio­lo­gisch-natur­wis­sen­schaft­lich unzu­läs­si­ge Gleich­set­zung von Hirn­tod und Indi­vi­du­al­tod und ihre Fol­gen für die Medi­zin. In: Ethik in der Medi­zin 8 (1996), S. 79 – 89; Zie­ger, Andre­as: Per­son­sein, Kör­pe­riden­ti­tät und Bezie­hungs­ethik. Erfah­run­gen zum Dia­log­auf­bau mit Men­schen im Koma und Wach­ko­ma aus bezie­hungs­me­di­zi­ni­scher Sicht. In: Stras­ser, Peter/Starz, Edgar (Hg.): Per­son­sein aus bio­ethi­scher Sicht. Stutt­gart 1997, S. 154 – 171; Bäu­mer, Remigius/Stockhausen, Alma von (Hg.): Zur Pro­ble­ma­tik von Hirn­tod und Trans­plan­ta­ti­on. Weilheim/Bierbronnen 1998; Haupt, Wal­ter F./Höfling, Wolf­gang: Die Dia­gno­se des Hirn­to­des: Medi­zi­ni­sche und juris­ti­sche Aspek­te unter Berück­sich­ti­gung des Trans­plan­ta­ti­ons­ge­set­zes (TPG) der BRD. In: Fort­schrit­te der Neu­ro­lo­gie – Psych­ia­trie, 70 (2002), S. 583 – 590; Lin­de­mann 2003; Kalitz­kus, Vera: Dein Tod, mein Leben. War­um wir Organ­spen­den rich­tig fin­den und trotz­dem davor zurück­schre­cken. Frankfurt/M. 2009; Geis­ler, Linus S.: Die Leben­den und die Toten. In: Uni­ver­si­tas, 65 (2010), H. 763, S. 4 – 13; Sahm, Ste­phan: Ist die Organ­spen­de noch zu ret­ten? In: Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung, Nr. 213 vom 14. Sep­tem­ber 2010, S. 33; Höf­ling, Wolf­ram: Tot oder leben­dig – ter­ti­um non datur. Eine ver­fas­sungs­recht­li­che Kri­tik der Hirn­tod­kon­zep­ti­on. In: Zeit­schrift für medi­zi­ni­sche Ethik 58 (2012), S. 163 – 172; Man­zei, Alex­an­dra: Der Tod als Kon­ven­ti­on. Die (neue) Kon­tro­ver­se um Hirn­tod und Organ­trans­plan­ta­ti­on. In: Ander­hei­den, Michael/Eckart, Wolf­gang U. (Hg.): Hand­buch Ster­ben und Men­schen­wür­de. Bd. 1. Berlin/Boston 2012; S. 137 – 174; Deut­scher Ethik­rat (Hg.): Hirn­tod und Ent­schei­dung zur Organ­spen­de. Stel­lung­nah­me. Ber­lin 2015, S 84 – 85; Höf­ling, Wolfram/Schmitten in der, Jür­gen: Weiß ein Spen­der, was mit ihm geschieht? Um wel­chen Preis wird für mehr Organ­spen­den gewor­ben? Die Kri­tik an der Gleich­set­zung von als „hirn­tot“ Dia­gnos­ti­zier­ten mit Lei­chen hat gute Grün­de. Ein Gast­bei­trag. In: Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung vom 15.01.2019. https://​www​.faz​.net/​s​u​c​h​e​/​?​q​u​e​r​y​=​i​n​+​d​e​r​+​S​c​h​m​i​t​t​e​n​&​r​e​s​u​l​t​s​P​e​r​P​a​g​e​=20 (01.02.2019).

  41. Jonas, Hans: Tech­nik, Medi­zin und Ethik. Zur Pra­xis des Prin­zips Ver­ant­wor­tung. Frankfurt/M. 1987, S. 221, 222.

  42. Zit.n. Berg­mann 2015, S. 258.

  43. Zit.n. Baureithel/Bergmann 1999, S. 44.

von
Anna Bergmann

Die Medizin- und Kulturhistorikerin Anna Bergmann lehrt als apl. Professorin an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Europa-Universität Viadrina. Sie war als Gastprofessorin an den Universitäten in Braunschweig, Graz, Innsbruck, Klagenfurt und Wien tätig.

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