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Wissensdefizite in der Aufklärung über Organspende – Offener Brief von Anna BergmannNhu Nguyen
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Wis­sens­de­fi­zi­te in der Auf­klä­rung über Organ­spen­de – Offe­ner Brief von Anna Berg­mann

Wis­sens­de­fi­zi­te in der Auf­klä­rung über Organ­spen­de – Offe­ner Brief an die Kran­ken­kas­sen Deutsch­lands, die gesund­heits­po­li­ti­schen Spre­cher der deut­schen Par­tei­en sowie an Jour­na­lis­tin­nen und Jour­na­lis­ten

Seit Jahr­zehn­ten orga­ni­sie­ren die pri­vat­recht­li­che Stif­tung Deut­sche Stif­tung Organ­spen­de (DSO) in Koope­ra­ti­on mit der Bun­des­zen­tra­le für gesund­heit­li­che Auf­klä­rung (BZgA) Kam­pa­gnen zur Erhö­hung der Zah­len von Organ­spen­dern. Durch ihren Wer­be­cha­rak­ter wer­den sie einer Auf­klä­rung der Bevöl­ke­rung über die Kon­se­quen­zen für das Ster­ben von Organ­spen­dern nicht gerecht: Laut Umfra­ge­er­geb­nis­sen geht ein Drit­tel der deut­schen Bevöl­ke­rung davon aus – dar­un­ter Besit­zer von posi­tiv aus­ge­füll­ten Spen­de­aus­wei­sen –, die Organ­ent­nah­me fin­de erst nach dem Herz­still­stand statt.[1] Das Wis­sen über den Hirn­tod, resü­mie­ren die Autoren einer kürz­lich durch­ge­führ­ten Befra­gung, „war gering“.[2] Die­ser defi­zi­tä­re Infor­ma­ti­ons­stand ist nicht zuletzt auch das Ergeb­nis der in öffent­li­chen Räu­men ver­brei­te­ten Organ­spen­de­aus­wei­se, auf denen es heißt, die Organ­spen­de erfol­ge „nach mei­nem Tod“.

An der Pro­duk­ti­on die­ses Unwis­sens über die inten­siv­me­di­zi­ni­sche Behand­lung poten­zi­el­ler Organ­spen­der vor und nach der Hirn­tod­un­ter­su­chung bis zur Organ­ent­nah­me und bis zu dem erst durch medi­zi­ni­sches Han­deln erzeug­ten Herz­tod wäh­rend der Explan­ta­ti­on sind die DSO, die BZgA, der Gesetz­ge­ber und auch die Medi­en betei­ligt. Das zu den Haupt­pflich­ten der behan­deln­den Ärz­te zäh­len­de Auf­klä­rungs­ge­bot[3] ist im Fal­le der sehr spe­zi­el­len medi­zi­ni­schen Behand­lung von poten­zi­el­len Organ­spen­dern auf­ge­ho­ben. Es wird auf ein per­sön­li­ches Gespräch über die beson­de­ren Behand­lungs­ein­grif­fe im Rah­men einer Organ­spen­de ver­zich­tet. Umso wich­ti­ger ist es, dass die Medi­en in ihrer Ver­ant­wor­tung für die Mei­nungs­bil­dung der Bevöl­ke­rung, die Poli­tik in ihrer Funk­ti­on der poli­ti­schen Wil­lens­bil­dung sowie die Kran­ken­kas­sen mit dem gesetz­li­chen Auf­trag, ihre Mit­glie­der über Organ­spen­de auf­zu­klä­ren, umfas­send über das Ster­ben eines Men­schen als Organ­spen­der sowie die davon gepräg­te Situa­ti­on der Hin­ter­blie­be­nen in ihrer Trau­er­be­wäl­ti­gung zu infor­mie­ren. 

Eine seriö­se Auf­klä­rung über Organ­spen­de soll­te fol­gen­de Fak­ten dar­stel­len und prä­zi­se erklä­ren:

1. Die Gleich­set­zung des Hirn­to­des mit dem Tod eines Men­schen ist in der inter­na­tio­na­len und deut­schen Fach­dis­kus­si­on umstrit­ten. So haben auch Mit­glie­der des Deut­schen Ethik­rats in ihrer Stel­lung­nah­me zur Organ­spen­de von 2015 erklärt: Der „Hirn­tod [ist] kei­ne hin­rei­chen­de Bedin­gung für den Tod des Men­schen“.[4]

2. Erst eine Organ­spen­de macht eine beson­ders inva­si­ve Hirn­todunter­su­chung an leben­di­gen und daher über alle Schutz­rech­te ver­fü­gen­den Pati­en­ten not­wen­dig. Die­se Dia­gnos­tik ist mit Kör­per­ver­let­zun­gen ver­bun­den – etwa: hef­ti­ge Schmerz­rei­ze (wie der zwei­fa­che Stich in den Tri­genimus­nerv), Eis­was­ser­spü­lung der äuße­ren Gehör­gän­ge oder Rei­zung des Atem­zen­trums (Apnoe-Test) und des Bron­chi­al­raums. Schließ­lich wer­den Pati­en­ten, die ein Hirn­ver­sa­gen erlit­ten haben, als „tote Per­so­nen“ mit einem „noch über­le­ben­den, übri­gen Kör­per“[5] dop­pel­deu­tig defi­niert, so dass die Zei­chen des Hirn­to­des in nur einem Organ (Gehirn) zu loka­li­sie­ren und von denen des Lebens genau abzu­gren­zen sind.

3. Die inten­siv­me­di­zi­ni­sche Wei­ter­be­hand­lung von Organ­spen­dern nach der Hirn­tod­fest­stel­lung wur­de ursprüng­lich als „Spen­der­kon­di­tio­nie­rung“ bezeich­net und dann durch den ent­mensch­li­chen­den Begriff „organ­pro­tek­ti­ve The­ra­pie“ ersetzt. Die Ver­wen­dung die­ser Ter­mi­no­lo­gie hat den Effekt, dass sich nie­mand einen Men­schen, nicht ein­mal mehr einen Toten bild­lich vor­stellt, dem die­se The­ra­pie ‚zugu­te’ kommt. Die The­ra­pie der Spen­der­kon­di­tio­nie­rung darf für den fremd­nüt­zi­gen Zweck der Organ­ge­win­nung höchst inva­si­ve Maß­nah­men gegen einen Herz-Kreis­lauf­zu­sam­men­bruch, im schlimms­ten Fall eine Reani­ma­ti­on von Organ­spen­dern beinhal­ten, um ihren Herz­tod bis zur Organ­ge­win­nung zu ver­hin­dern.[6]

4. Die gro­ße Ope­ra­ti­on einer (Multi-)Explantation wird anäs­the­sio­lo­gisch betreut. Organ­spen­der erhal­ten Medi­ka­men­te zur Unter­drü­ckung von Bewe­gun­gen der Mus­keln, aber auch Nar­ko­sen wer­den ver­ab­reicht. Sie kön­nen wäh­rend der Ent­nah­me mit Schwit­zen, Haut­rö­tun­gen, Anstieg von Blut­druck, Herz­fre­quenz, Zuckun­gen reagie­ren.[7]  Im Fal­le einer Organ­spen­de ab dem 16. Lebens­jahr sind für die Hirn­tod­dia­gnos­tik, die Spen­der­kon­di­tio­nie­rung und die Ope­ra­ti­on der Organ­ent­nah­me die sonst gesetz­lich vor­ge­schrie­be­ne Ein­wil­li­gungs­er­klä­rung sowie die Prü­fung der bei allen ande­ren medi­zi­ni­schen Ein­grif­fen erfor­der­li­che Ein­wil­li­gungs­fä­hig­keit von Pati­en­ten nicht vor­ge­schrie­ben. Statt­des­sen genügt die Zustim­mung von Ange­hö­ri­gen oder ein Kreuz auf einem Organ­spen­de­aus­weis. Die dar­auf ste­hen­de For­mu­lie­rung „Für den Fall, dass nach mei­nem Tod eine Spen­de.…“ täuscht dabei vor, Organ­spen­der sei­en bereits so tot, dass auch ihr Herz nicht mehr schlägt.

5. Die nach dem Herz­tod erfol­gen­de Gewe­be­ent­nah­me (z.B. Blut­ge­fä­ße, Knor­pel, Kno­chen) unter­liegt nicht dem Han­dels­ver­bot, so dass die Gewe­be­s­pen­de einen gan­zen Geschäfts­zweig bedient.[8]

6. Zu dem weit ver­brei­te­ten Unwis­sen über eine Organ­spen­de zählt vor allem der nicht auf­lös­ba­re Wider­spruch zwi­schen einer Pati­en­ten­ver­fü­gung, wenn einer­seits dar­in fest­ge­legt ist, bei einer infaus­ten Pro­gno­se die The­ra­pie nicht zu ver­län­gern und daher abzu­bre­chen, ande­rer­seits aber gleich­zei­tig ein posi­tiv aus­ge­füll­ter Organ­spen­de­aus­weis vor­liegt, der eine inten­siv­me­di­zi­ni­sche Wei­ter­be­hand­lung bis zum Ein­tritt des „Hirn­to­des“ und auch nach der Hirn­tod­fest­stel­lung bis zur Organ­ent­nah­me erfor­der­lich macht. Die Inten­siv­the­ra­pie von Pati­en­ten, bei denen ein Hirn­ver­sa­gen zwar pro­gnos­ti­zier­bar, aber noch nicht ein­ge­tre­ten ist, darf und soll seit der Novel­lie­rung des Trans­plan­ta­ti­ons­ge­set­zes[9] vom 22. März 2019 für den Zweck der Gewin­nung ihrer Orga­ne bis zu ihrem „Hirn­tod“ ver­län­gert wer­den. Der Ein­tritt des Hirn­to­des wird bei ihnen somit im Gegen­satz zu der Alter­na­ti­ve eines pal­lia­tiv­me­di­zi­nisch und fami­li­är betreu­ten Ster­bens zu einem The­ra­pie­ziel,[10] ohne dass über die Trag­wei­te die­ser Pro­ze­dur und die­ses kom­pli­zier­ten Wider­spruchs eine per­sön­li­che Auf­klä­rung statt­ge­fun­den hat.

7. Die Ope­ra­ti­on einer Organ­spen­de nimmt zum einen Pati­en­ten die Mög­lich­keit, von ihren Ange­hö­ri­gen bis zum letz­ten Atem­zug beglei­tet zu wer­den, zum ande­ren ver­letzt sie den der Fami­lie sonst zuge­si­cher­ten Rechts­an­spruch auf ihren Schutz als Trau­ern­de. Nor­ma­ler­wei­se räumt das Pie­täts­ge­bot den Ver­wand­ten eine zu respek­tie­ren­de Tabu­zo­ne und das juris­tisch zuge­stan­de­ne Recht auf ein ehr­erbie­ten­des Toten­ge­den­ken ein. Eine Organ­spen­de hin­ge­gen stellt durch die Ver­wei­ge­rung einer Ster­be­glei­tung mit einer in Ruhe erfol­gen­den Abschied­nah­me einen mas­si­ven Ein­griff in den Trau­er­pro­zess der Hin­ter­blie­be­nen dar und kann, wie For­schun­gen sowie Zeug­nis­se von Betrof­fe­nen bele­gen, bei den Ange­hö­ri­gen schwe­re Trau­ma­ti­sie­run­gen hin­ter­las­sen.[11]

8. In öffent­li­chen Dar­stel­lun­gen der Organ­spen­de wird häu­fig beschwie­gen, dass Organ­emp­fän­ger lebens­lang chro­nisch krank blei­ben und durch eine Trans­plan­ta­ti­on nicht geheilt wer­den kön­nen. Sie sind bedroht von einer Organ­ab­sto­ßung, Infek­tio­nen und Krebs infol­ge der not­wen­di­gen, tag­täg­li­chen Abschwä­chung ihrer natür­li­chen Immun­ab­wehr. Vor allem im ers­ten Jahr nach der Trans­plan­ta­ti­on sind sie (außer die Emp­fän­ger von Nie­ren) einem beson­ders hohen Risi­ko aus­ge­setzt, an die­ser Ope­ra­ti­on und der hoch dosier­ten Medi­ka­men­te zur Unter­drü­ckung des Immun­sys­tems zu ster­ben (wie z.B. der neun Mona­te nach einer Lun­gen­trans­plan­ta­ti­on gera­de ver­stor­be­ne Niki Lau­da). So soll­te es ein Bestand­teil der Auf­klä­rung sein, nicht nur Zah­len der Pati­en­ten auf den War­te­lis­ten vor einer Organ­ver­pflan­zung zu ver­öf­fent­li­chen, son­dern auch die Ster­be­ra­ten von Organ­emp­fän­gern nach einer Trans­plan­ta­ti­on, dif­fe­ren­ziert nach Emp­fän­gern von trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zi­nisch so kate­go­ri­sier­ten „soli­den Orga­nen“ und „mar­gi­na­len Orga­nen“ (z.B. Rau­cher- und Was­ser­lun­gen, Fett­le­bern, mit Hepa­ti­tis-C infi­zier­te Orga­ne, kon­ser­vie­rungs­ge­schä­dig­te Orga­ne, Orga­ne von Dro­gen­süch­ti­gen) mit einer ent­spre­chend gerin­ge­ren Lebens­er­war­tung.[12]

9. Eben­so müss­te die Pro­ble­ma­tik der ver­än­der­ten Demo­gra­fie des soge­nann­ten „Spen­der­pools“ trans­pa­rent gemacht wer­den. So war in Deutsch­land 2012 jeder drit­te Organ­spen­der min­des­tens 65 Jah­re oder älter (31,9 Pro­zent).[13] Mitt­ler­wei­le erlei­den immer mehr Organ­spen­der ein Hirn­ver­sa­gen infol­ge eines Schlag­an­falls oder einer Hirn­blu­tung im höhe­ren Alter und weni­ger jün­ge­re Men­schen auf­grund eines Unfalls. 2017 lag im Euro­trans­plant-Ver­bund der Anteil der Organ­spen­der im Alter von min­des­tens 65 Jah­ren (ein­schließ­lich Pati­en­ten im Grei­sen­al­ter) bei 26,6 Pro­zent; die Quo­te von Organ­spen­dern, die 56 Jah­re und älter waren, bei fast der Hälf­te mit 48,9 Pro­zent.[14]

10. Die Gefahr, ein Hirn­ver­sa­gen auf einer Inten­siv­sta­ti­on zu erlei­den, war und bleibt so gering, dass die Zahl „hirn­to­ter“ Organ­spen­der von vorn­her­ein begrenzt ist. Der von Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zi­nern welt­weit beklag­te chro­ni­sche Organ­man­gel ist der Tat­sa­che geschul­det, dass über­haupt nur etwa 0,3 Pro­zent der Ver­stor­be­nen als hirn­to­te Organ­spen­der in Betracht kom­men.[15] Des­we­gen wur­de in den für höhe­re Organ­spen­der­zah­len als vor­bild­lich gel­ten­den Län­dern – wie Spa­ni­en, Hol­land, Bel­gi­en, Öster­reich – das Hirn­tod­kri­te­ri­um auf­ge­ge­ben und eine wei­te­re Grup­pe von Organ­spen­dern ein­ge­führt: die Non Heart Bea­ting Donors (NHB­Ds). Um die Ver­wen­dung die­ser Pati­en­ten­grup­pe für eine Organ­spen­de ethisch zu recht­fer­ti­gen, spre­chen die Bio­ethi­ker Robert D. Truog (Har­vard Cen­ter for Bio­ethics) und Fran­k­lin G. Mil­ler (Natio­nal Insti­tu­tes of Health) von einem „jus­ti­fied kil­ling“,[16] einem gerecht­fer­tig­ten Töten. Die­se Form der Organ­ge­win­nung ist in Deutsch­land noch als Tötung ver­bo­ten und wur­de auch von der Zen­tra­len Ethik­kom­mis­si­on bei der Bun­des­ärz­te­kam­mer ver­wor­fen.[17] In Spa­ni­en, Bel­gi­en und Hol­land hin­ge­gen trägt sie zu höhe­ren Organ­spen­der­zah­len bei. Die inter­na­tio­na­le und nicht mehr hin­ter dem Berg gehal­ten­de Ten­denz zur trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zi­ni­schen Recht­fer­ti­gung von Töten und Hei­len spitzt sich zudem in der Kom­bi­na­ti­on von Organ­spen­de und Eutha­na­sie zu. So wer­den Eutha­na­sie-Pati­en­ten als Organ­spen­der (NHB­Ds) zwecks Ver­grö­ße­rung des „Spen­der­pools“ in den Euro­trans­plant-Ver­bund­län­dern Bel­gi­en und Hol­land bereits genutzt.[18] Die­se Pra­xis öff­net die Tür für die „Organ Dona­ti­on Eutha­na­sia“[19] – die „Organ­spen­de-Eutha­na­sie“ –, wie sie von den an der Oxford Uni­ver­si­ty täti­gen bri­ti­schen Bio­ethi­kern Domi­nic Wil­kin­son und Juli­an Savu­les­cu gefor­dert wird.

Ange­sichts des poli­ti­schen Drucks und der an alle Kran­ken­kas­sen­mit­glie­der ver­schick­ten Auf­ru­fe, jeder Mensch ab 16. Jah­ren sol­le sich mit dem The­ma „Organ­spen­de“ befas­sen, um sich dafür (oder dage­gen) zu ent­schei­den, dür­fen der Bevöl­ke­rung die Trag­wei­te und die Aus­wir­kun­gen einer Organ­spen­de auf die Gestal­tung des Ster­bens nicht wei­ter vor­ent­hal­ten blei­ben. Für eine dif­fe­ren­zier­te Auf­klä­rung soll­ten auch die zahl­rei­chen deut­schen wis­sen­schaft­li­chen Autorin­nen und Autoren sowie von der Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin unab­hän­gi­gen Ärz­tin­nen und Ärz­te, die sich mit die­sem The­ma in ihrer For­schung kri­tisch aus­ein­an­der­ge­setzt haben, zu Wort kom­men,[20] eben­so die Initia­ti­ve betrof­fe­ner Eltern von Organ­spen­dern „Kri­ti­sche Auf­klä­rung Organ­spen­de" (KAO).

  1. Vgl. https://​www​.aerz​te​blatt​.de/​n​a​c​h​r​i​c​h​t​e​n​/​1​0​1​1​5​3​/​G​r​o​s​s​e​-​W​i​s​s​e​n​s​l​u​e​c​k​e​n​-​b​e​i​m​-​T​h​e​m​a​-​O​r​g​a​n​s​p​e​nde; vgl. auch: Wag­ner, Eli­as, Marck­mann Georg, Jox, Ralf J.: Koin­zi­denz von Pati­en­ten­ver­fü­gung und Zustim­mung zur Organ­spen­de: Was wün­schen die Betrof­fe­nen? Eine Befra­gung deut­scher Senio­ren. In: Gesund­heits­we­sen. Stuttgart/New York 2019. Online-Publi­ka­ti­on in: DOI https://​doi​.org/​1​0​.​1​0​5​5​/​a​-​0​837 – 0882)

  2. Wagner/Marckmann/Jox 2019, S. 1.

  3. Vgl. Bür­ger­li­ches Gesetz­buch (BGB) §§ 630c, Absatz Abs.) 2, S. 1, 630d, Abs. 1, Abs. 2, S. 1.

  4. Deut­scher Ethik­rat: Hirn­tod und Ent­schei­dung zur Organ­spen­de. Stel­lung­nah­me. Ber­lin 2015, S. 84.

  5. Spitt­ler, Johann Fried­rich: Der Hirn­tod. Tod des Men­schen. Grund­la­gen und medi­zi­ni­sche Gesichts­punk­te. In: Ethik in der Medi­zin 7 (1995), S. 130.

  6. Vgl. Neitzke, G. u.a.: Ent­schei­dungs­hil­fe bei erwei­ter­tem inten­siv­me­di­zi­ni­schem Behand­lungs­be­darf auf dem Weg zur Organ­spen­de. Posi­ti­ons­pa­pier der Sek­ti­on Ethik und der Sek­ti­on Organ­spen­de und -trans­plan­ta­ti­on der Deut­schen Inter­dis­zi­pli­nä­ren Ver­ei­ni­gung für Inten­siv- und Not­fall­me­di­zin (DIVI) unter Mit­ar­beit der Sek­ti­on Ethik der Deut­schen Gesell­schaft für Inter­nis­ti­sche Inten­siv­me­di­zin und Not­fall­me­di­zin (DGIIN), S. 2 und Pas­sus: „hoch­gra­di­ge Ein­griffs­in­tent­si­tät“. Online­pu­bli­ka­ti­on: https://doi.org/10.1007/s00063-019‑0578-3

  7. Vgl. Schwarz, Ger­hard: Dis­so­zi­ier­ter Hirn­tod. Ber­lin u. a. 1990, S. 44 – 45.

  8. Böhn­ke, Ocka Anna: Die Kom­mer­zia­li­sie­rung der Gewe­be­s­pen­de. Eine Erör­te­rung des Res­sour­cen­man­gels in der Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin unter beson­de­rer Berück­sich­ti­gung der Wider­spruchs­lö­sung. Frankfurt/M. u. a. 2010; Kel­ler, Mar­ti­na: Aus­ge­schlach­tet. Die mensch­li­che Lei­che als Roh­stoff. Ber­lin 2008.

  9. Zwei­tes Gesetz zur Ände­rung des Trans­plan­ta­ti­ons­ge­set­zes – Ver­bes­se­rung der Zusam­men­ar­beit und der Struk­tu­ren bei der Organ­spen­de vom 22. März 2019. https://​www​.bun​des​ge​sund​heits​mi​nis​te​ri​um​.de/​f​i​l​e​a​d​m​i​n​/​D​a​t​e​i​e​n​/​3​_​D​o​w​n​l​o​a​d​s​/​G​e​s​e​t​z​e​_​u​n​d​_​V​e​r​o​r​d​n​u​n​g​e​n​/​G​u​V​/​O​/​G​Z​S​O​_​B​G​B​l​.​pdf

  10. Vgl. Erb­guth, Frank/Dietrich, Wen­ke: The­ra­pie­ziel Hirn­tod. Soll ein poten­zi­el­ler Organ­spen­der mit aus­sichts­lo­ser Pro­gno­se zuguns­ten einer mög­li­chen Trans­plan­ta­ti­on lebens­ver­län­gernd behan­delt wer­den? In: Baye­ri­sches Ärz­te­blatt (2014), H. 3, S.116 (Her­vor­he­bung A.B.). http://​www​.baye​ri​sches​-aerz​te​blatt​.de/​f​i​l​e​a​d​m​i​n​/​a​e​r​z​t​e​b​l​a​t​t​/​a​u​s​g​a​b​e​n​/​2​0​1​4​/​0​3​/​e​i​n​z​e​l​p​d​f​/​B​A​B​_​3​_​2​0​1​4​_​1​1​6​_​1​1​9​.​pdf; Sahm, Ste­phan: Hirn­tod und Organ­spen­de. Die Leer­stel­le in Spahns Debat­te. Wer mehr Organ­spen­den möch­te, muss die Spen­der zu Leb­zei­ten aus­wäh­len und län­ger künst­lich am Leben hal­ten – Stun­den, Tage oder Wochen. Wol­len die Spen­den­wil­li­gen das? In: Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung vom 30.10.2018. https://​www​.faz​.net/​a​k​t​u​e​l​l​/​f​e​u​i​l​l​e​t​o​n​/​d​e​b​a​t​t​e​n​/​l​e​e​r​s​t​e​l​l​e​-​i​n​-​s​p​a​h​n​s​-​d​e​b​a​t​t​e​-​h​i​r​n​t​o​d​-​u​n​d​-​o​r​g​a​n​s​p​e​n​d​e​-​1​5​8​6​3​1​8​0​/​d​i​e​-​b​e​h​a​n​d​l​u​n​g​e​n​-​i​n​-​d​e​n​-​1​5​8​6​4​0​2​3​.​h​tml (01.02.2019); Blum, Karl: Inhouse­ko­or­di­na­ti­on bei Organ­spen­den. Abschluss­be­richt. For­schungs­gut­ach­ten im Auf­trag der Deut­schen Stif­tung Organ­spen­de (DSO). Hrsg. von dem Deut­schen Kran­ken­haus­in­sti­tut. Düs­sel­dorf 2012, S. 71.

  11. Vgl. z.B. Kalitz­kus, Vera: Dein Tod, mein Leben. War­um wir Organ­spen­den rich­tig fin­den und trotz­dem davor zurück­schre­cken. Frankfurt/M. 2009; Grei­nert, Rena­te: Kon­flikt­fall Organ­spen­de. Unver­sehrt ster­ben! Der Kampf einer Mut­ter. Mit einem Vor­wort von Fran­co Rest. Mün­chen 2008.

  12. Vgl. z.B. Warne­cke, Gregor/Haverich, Axel: Was gibt es Neu­es in der Lun­gen­trans­plan­ta­ti­on? Ver­min­de­rung des Spen­der­or­gan­man­gels in der Lun­gen­trans­plan­ta­ti­on. In: Meßmer/Jähne/Neuhaus 2010, S. 221 – 229; Berg­mann, Anna: Der ent­seel­te Pati­ent. Die moder­ne Medi­zin und der Tod. Stutt­gart 2019, S. 291 – 296.

  13. Vgl. Deut­sche Stif­tung Organ­spen­de (Hg.): Organ­spen­de und Trans­plan­ta­ti­on in Deutsch­land. Jah­res­be­richt 2012. Frank­furt am Main 2013, S. 16 f.

  14. Vgl. Euro­trans­plant. Sta­tis­ti­cal Report 2017. Lei­den o.J., S. 5. https://www.eurotransplant.org/cms/mediaobject.php?file=803150+020288+Statistical+Report+2017+%28online%2913.pdf (17.05.2019)

  15. So kom­men in dem „beschaffungsfreundlich(en)“ Land Öster­reich (vgl. Schmid, Christof/Schmitt, Jan. D./Scheld, Hans, H.: Herz­trans­plan­ta­ti­on in Deutsch­land. Ein geschicht­li­cher Über­blick. Darm­stadt 2003, S. 82) etwa maxi­mal 0,25 Pro­zent der Gestor­be­nen als „hirn­to­te“ Organ­spen­der in Betracht. Vgl. Sta­tis­tik Aus­tria, Sta­tis­tik der natür­li­chen Bevöl­ke­rungs­be­we­gung, Gestor­be­ne nach aus­ge­wähl­ten Merk­ma­len, Lebens­er­war­tung und Säug­lings­sterb­lich­keit seit 2007. In: https://​www​.sta​tis​tik​.at/​w​e​b​_​d​e​/​s​t​a​t​i​s​t​i​k​e​n​/​m​e​n​s​c​h​e​n​_​u​n​d​_​g​e​s​e​l​l​s​c​h​a​f​t​/​b​e​v​o​e​l​k​e​r​u​n​g​/​g​e​s​t​o​r​b​e​n​e​/​i​n​d​e​x​.​h​tml (17.05.2019); vgl. Euro­trans­plant: Sta­tis­ti­cal Report 2017. Lei­den o.J., S. 2: https://www.eurotransplant.org/cms/mediaobject.php?file=803150+020288+Statistical+Report+2017+%28online%2913.pdf (17.09.2018) In Deutsch­land beweg­te sich die Rela­ti­on von Gestor­be­nen und explan­tier­ten „hirn­to­ten“ Pati­en­ten vor den Skan­da­len bis 2012 zwi­schen etwa 0,13 und 0,16 Pro­zent und danach san­ken sie auf zir­ka 0,09 Pro­zent. Vgl. ebd.; Sta­tis­ti­sches Bun­des­amt. Gestor­be­ne, Ster­be­fäl­le je 1000 Ein­woh­ner 1950 bis 2017. In: https://​www​-gene​sis​.desta​tis​.de/​g​e​n​e​s​i​s​/​o​n​l​i​n​e​/​d​a​t​a​;​s​i​d​=​D​1​4​1​7​C​D​1​F​3​7​2​B​F​5​0​1​6​8​0​D​D​A​7​4​B​9​0​9​F​A​F​.​G​O​_​1​_​3​?​o​p​e​r​a​t​i​o​n​=​a​b​r​u​f​t​a​b​e​l​l​e​B​e​a​r​b​e​i​t​e​n​&​l​e​v​e​l​i​n​d​e​x​=​1​&​l​e​v​e​l​i​d​=​1​5​3​7​2​3​2​7​8​3​4​5​3​&​a​u​s​w​a​h​l​o​p​e​r​a​t​i​o​n​=​a​b​r​u​f​t​a​b​e​l​l​e​A​u​s​p​r​a​e​g​u​n​g​A​u​s​w​a​e​h​l​e​n​&​a​u​s​w​a​h​l​v​e​r​z​e​i​c​h​n​i​s​=​o​r​d​n​u​n​g​s​s​t​r​u​k​t​u​r​&​a​u​s​w​a​h​l​z​i​e​l​=​w​e​r​t​e​a​b​r​u​f​&​s​e​l​e​c​t​i​o​n​n​a​m​e​=​1​2​613 – 0001&auswahltext=&werteabruf=Werteabruf (17.09.2018)

  16. Truog, Robert D./Miller, Fran­k­lin G.: Rethin­king the Ethics of Vital Organ Dona­ti­ons. In: Has­tings Report 38 (2008) 6, S. 38 – 46, hier S. 42. https://​online​li​bra​ry​.wiley​.com/​d​o​i​/​a​b​s​/​1​0​.​1​3​5​3​/​h​c​r​.​0​.​0​085

  17. Vgl. Erklä­rung der Zen­tra­len Ethik­kom­mis­si­on bei der Bun­des­ärz­te­kam­mer: Tötung durch Organ­ent­nah­me wider­spricht ärzt­li­cher Ethik. Abge­dr. in: Deut­sches Ärz­te­blatt 94 (1997), H. 28/29, S. A1963.

  18. Vgl. z.B. Wijn­gaar­den van, A.K.S./Westerloo, D.J. van/Ringers, J.: Organ Dona­ti­on After Eutha­na­sia in the Nether­lands: A Case Report. In: Trans­plan­ta­ti­on Pro­cee­dings 48 (2016), S. 9, S. 3061 – 3063. In: https://​www​.sci​en​ce​di​rect​.com/​s​c​i​e​n​c​e​/​a​r​t​i​c​l​e​/​a​b​s​/​p​i​i​/​S​0​0​4​1​1​3​4​5​1​6​3​0​1​439; Detry, Oli­vi­er u.a.: Organ Dona­ti­on after Phy­si­ci­an-Assi­ted Death. In: European Socie­ty for Organ Trans­plan­ta­ti­on 21 (2008), S. 915; Feyer­abend, Eri­ka: Das bel­gi­sche Expe­ri­ment. In: Bio­skop, Nr. 50 (2010), S. 11.

  19. Vgl. Wil­kin­son, Dominic/Savulescu, Juli­an: Should we allow Organ Dona­ti­on Eutha­na­sia? Alter­na­ti­ves for Maxi­mi­zing the Num­ber and Qua­li­ty of Organs for Trans­plan­ta­ti­on. In: Bio­ethics 26 (2012), H. 1, S. 32 – 48. https://​www​.ncbi​.nlm​.nih​.gov/​p​m​c​/​a​r​t​i​c​l​e​s​/​P​M​C​3​2​6​7​0​48/

  20. Z.B. Prof. Dr. Bau­er, Prof. Dr. Böh­ler, Prof. Dr. Höf­ling, Prof. Dr. Lin­de­mann, Prof. Dr. Man­zei, Prof. Dr. Sahm, Prof. Dr. in der Schmit­ten, Prof. Dr. Zie­ger.

 

von
Anna Bergmann

Die Medizin- und Kulturhistorikerin Anna Bergmann lehrt als apl. Professorin an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Europa-Universität Viadrina. Sie war als Gastprofessorin an den Universitäten in Braunschweig, Graz, Innsbruck, Klagenfurt und Wien tätig.

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