Der Hirntod – Lebenslauf einer Definition

Im Jahr 1968 wur­de eine völ­lig neue Art von Tod defi­niert, die mit sämt­li­chen tra­di­tio­nel­len Kon­zep­ten zum Tod brach: der Hirn­tod. Als Begrün­dung für die­sen Tabu­bruch wird offi­zi­ell ange­ge­ben, die Hirn­tod­de­fi­ni­ti­on sei zur Ret­tung der über­las­te­ten Inten­siv­sta­tio­nen not­wen­dig gewe­sen. Nach Ein­füh­rung der Tech­nik der Beatmung sei­en die Inten­siv­sta­tio­nen mit aus­sichts­los kran­ken und bewusst­lo­sen Pati­en­ten über­füllt gewe­sen, deren Leben durch die Beatmung unsin­nig ver­län­gert wer­de. Die­ser Arti­kel belegt, dass die­se Begrün­dung vor­ge­scho­ben wur­de, dass der Hirn­tod viel­mehr von Anfang an den Inter­es­sen der Trans­plan­ta­ti­ons­chir­ur­gie dien­te. Die Dar­stel­lung der Ereig­nis­se stützt sich auf Stu­di­en von For­schern, die auf Ori­gi­nal-Unter­la­gen der Hirn­tod-Kom­mis­si­on von 1968 Zugriff hat­ten: David Roth­man [1], Peter Sin­ger [2], Mita Gia­co­mi­ni [3] und Mar­tin Per­nick [4] zitie­ren aus Brie­fen und frü­hen Entwürfen.

Die Aus­gangs­la­ge

Am 3.12.1967 lei­te­te der süd­afri­ka­ni­sche Arzt Chris­tia­an Bar­nard das Team, das zum ers­ten Mal einem Men­schen erfolg­reich ein Herz trans­plan­tier­te – erfolg­reich nur inso­fern, als der Pati­ent die 4 ½‑stündige Ope­ra­ti­on über­leb­te, wenn auch nur acht­zehn Tage. Die Spen­de­rin war eine 25-jäh­ri­ge Frau, die sich bei einem Unfall eine schwe­re Kopf­ver­let­zung zuge­zo­gen hat­te. Bar­nard war­te­te nach ihrem Kreis­lauf­still­stand etwa 3 Minu­ten, dann ent­nahm er ihr Herz. Dass sei­ne Akti­on als Hel­den­tat gefei­ert wur­de, lag nur an der libe­ra­len süd­afri­ka­ni­schen Gesetz­ge­bung. [5, S. 7]

Ein Kol­le­ge Bar­nards, der japa­ni­sche Chir­urg Juri Wada, mach­te ande­re Erfah­run­gen. Am 8.8.1968 erklär­te er einen ertrun­ke­nen Jugend­li­chen für hirn­tot, ent­nahm ihm das Herz und trans­plan­tier­te es einem ande­ren Jugend­li­chen mit einer ange­bo­re­nen Herz­krank­heit. Der Organ­emp­fän­ger über­leb­te drei Mona­te, und Dr. Wada wur­de des Mor­des beschul­digt: Der Spen­der habe noch gelebt, der Emp­fän­ger sei gar nicht so krank gewe­sen und hät­te ohne Trans­plan­ta­ti­on viel län­ger leben kön­nen. Dr. Wadas Ruf war rui­niert, auch wenn es nie zu einer Ver­ur­tei­lung kam. Erst in den neun­zi­ger Jah­ren konn­te die Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin nach west­li­chem Vor­bild in Japan eta­bliert wer­den. [6], [7]

Die­se Bege­ben­heit spie­gelt das Miss­trau­en wider, dem die Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin Ende der sech­zi­ger Jah­re auf­grund ihres Zugriffs auf leben­de Orga­ne in vie­len Län­dern begeg­ne­te. Die Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin hat­te zu der Zeit eini­ge Anfangs­schwie­rig­kei­ten über­wun­den. Es gab Pati­en­ten, die das Risi­ko der Trans­plan­ta­ti­on ein­ge­hen woll­ten, und es gab Chir­ur­gen, die dar­auf brann­ten, ein neu­es chir­ur­gi­sches Gebiet mit­zu­ge­stal­ten. Es gab eine ers­te wirk­sa­me Immun­sup­pres­si­on. Es gab noch kei­ne siche­re Organquelle.

In den sech­zi­ger Jah­ren wur­den vor allem Nie­ren trans­plan­tiert. Die meis­ten Chir­ur­gen ent­nah­men die Orga­ne wie Bar­nard bei sei­ner Erst­tat von kli­nisch Toten [8, S. 895]. Die War­te­zeit nach dem Herz­still­stand war noch nicht ein­heit­lich gere­gelt. Kri­ti­ker bean­stan­de­ten auch, dass auf eine Reani­ma­ti­on ver­zich­tet wur­de. Die Qua­li­tät der Orga­ne war um so schlech­ter, je mehr Zeit zwi­schen Herz­still­stand und Organ­ent­nah­me ein­ge­räumt wur­de. Vor allem aber waren die Trans­plan­ta­ti­ons­chir­ur­gen recht­lich nicht abgesichert.

Teams in Bel­gi­en hat­ten schon Orga­ne von tief Koma­tö­sen ent­nom­men, dies war aber auf Ein­zel­fäl­le begrenzt. Auf dem Ciba-Sym­po­si­um über Trans­plan­ta­ti­on in Edin­burgh 1966 berich­te­te der bel­gi­sche Chir­urg Guy Alex­and­re über acht Nie­ren­ent­nah­men von koma­tö­sen Pati­en­ten und ern­te­te all­ge­mei­ne Ent­rüs­tung [9], [10], [11], [12]. Koma-Pati­en­ten gal­ten damals noch als selbst­ver­ständ­lich leben­dig. Über eine Hirn­tod­de­fi­ni­ti­on wur­de gespro­chen, die Mehr­heit der Teil­neh­mer schreck­te aber vor einer ver­bind­li­chen Rege­lung zurück und setz­te lie­ber wei­ter­hin auf eine indi­vi­du­el­le ärzt­li­che Ent­schei­dung am Kran­ken­bett [3, S. 1473].

Bee­chers Mission

Vie­le Ame­ri­ka­ner betrach­te­ten damals die Tätig­keit der Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zi­ner mit gro­ßem Arg­wohn. Einer­seits hat­ten sie Angst davor, im Schein­tod getö­tet zu wer­den, und ande­rer­seits woll­ten sie nicht, dass ihr Ster­ben unnö­tig ver­län­gert wird [3, S. 1471], [4, S. 17], [5, S. 14]. Um sie zu beschwich­ti­gen und um den Chir­ur­gen Rechts­si­cher­heit zu schaf­fen, muss­te die Organ­ent­nah­me ein­heit­lich gere­gelt werden.

Die­ser Auf­ga­be stell­te sich der Bos­to­ner Anäs­the­sist Hen­ry K. Bee­cher, der sich als Kri­ti­ker unethi­scher For­schungs­prak­ti­ken einen Namen gemacht hat­te [13] und nun das For­schungs­kon­troll­ko­mi­tee am Mas­sa­chu­setts Gene­ral Hos­pi­tal der Har­vard Medi­cal School (HMS) in Bos­ton lei­te­te. Gemein­sam mit dem renom­mier­ten Bos­to­ner Trans­plan­ta­ti­ons­chir­ur­gen Joseph Mur­ray (ers­te erfolg­rei­che Nie­ren­trans­plan­ta­ti­on 1954) bean­trag­te er im Okto­ber 1967 beim Dekan der Har­vard Medi­cal School, Robert Ebert, ein Komi­tee grün­den zu dür­fen, um die Defi­ni­ti­on des Todes auf der Basis neue­rer medi­zi­ni­scher Erkennt­nis­se zu aktua­li­sie­ren. Zur Begrün­dung führ­te er an, die Kli­ni­ken sei­en vol­ler Trans­plan­ta­ti­ons­an­wär­ter Brief vom 30.10.1967, zitiert in [1, S. 24], [2, S. 160 f.], [3, S. 1474]. Die Erlaub­nis wur­de ihm Anfang Janu­ar 1968 erteilt, einen Monat nach der ers­ten Herz­trans­plan­ta­ti­on. Dies war vor­aus­seh­bar, denn die Har­vard Medi­cal School war damals ein füh­ren­des Trans­plan­ta­ti­ons­zen­trum und hat­te gro­ßes Inter­es­se an einer mög­lichst hohen Rechts­si­cher­heit bei Organ­ent­nah­men [1], [3], [5]. In einem Brief an Joseph Mur­ray vom 4.1.1968 spricht Dekan Ebert von „pio­nee­ring inte­rest“ [1, S. 161], [3, S. 1474].

Unter den drei­zehn Mit­glie­dern des Komi­tees, das Bee­cher für sein Pro­jekt grün­de­te, waren zehn ärzt­li­che Kol­le­gen, dar­un­ter Anäs­the­sis­ten, Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zi­ner und Neu­ro­lo­gen, sowie ein Jurist, ein Theo­lo­ge und ein His­to­ri­ker [3, S. 1474]. Bereits nach sechs Mona­ten ver­öf­fent­lich­te das Komi­tee in der renom­mier­ten Zeit­schrift Jour­nal of the Ame­ri­can Medi­cal Asso­cia­ti­on sein Ergeb­nis: „A defi­ni­ti­on of irrever­si­ble coma“ [14].

Der Arti­kel bau­te auf Vor­ar­bei­ten von Inten­siv­me­di­zi­nern auf. In den fünf­zi­ger Jah­ren hat­te der tech­ni­sche Fort­schritt es mög­lich gemacht, schwer­kran­ke Pati­en­ten durch künst­li­che Beatmung am Leben zu erhal­ten. Nicht alle Pati­en­ten pro­fi­tier­ten davon. Bald gab es vie­le Pati­en­ten, die nach einem Unfall oder nach einer nur teil­wei­se erfolg­rei­chen Reani­ma­ti­on schwe­re Hirn­schä­den erlit­ten hat­ten und weder leben noch ster­ben konn­ten [15]. Die fran­zö­si­schen Neu­ro­lo­gen Pierre Mol­la­ret und Mau­rice Gou­lon präg­ten für die­se Pati­en­ten 1959 den Begriff Coma dépas­sé („jen­seits des Komas“) [16]. Zu dem Syn­drom gehör­ten Bewusst­lo­sig­keit, Reflex­lo­sig­keit, feh­len­de Spon­tan­at­mung und Null­li­nie im EEG. Es wur­de nicht als ein Zustand des Todes gedeu­tet, son­dern als ein Zustand, in dem die Pati­en­ten kei­ne Aus­sicht hat­ten, noch ein­mal zu gene­sen, und der so den Abbruch aller inten­siv­me­di­zi­ni­schen Maß­nah­men recht­fer­tig­te. Ein Gesetz mit einer Neu­de­fi­ni­ti­on des Todes war dazu nicht not­wen­dig, eben­so wenig wie heu­ti­ge Inten­siv­me­di­zi­ner eine gesetz­li­che Grund­la­ge brau­chen, um ohne auf­wän­di­ge Hirn­tod­dia­gnos­tik aus­sichts­lo­se Behand­lun­gen abbre­chen zu können.

Bee­chers Team bezog sich nicht aus­drück­lich auf das Coma dépas­sé. Statt­des­sen setz­te es irrever­si­bles Koma mit Tod gleich, benann­te es in Brain death („Hirn­tod“) um und schlug es als Kri­te­ri­um für die Zuläs­sig­keit von Organ­ent­nah­men vor. Zum Nach­weis des „Hirn­to­des“ führ­te es Kri­te­ri­en auf, die zu den von Mol­la­ret und Gou­lon 1959 auf­ge­führ­ten Dia­gno­se­kri­te­ri­en noch eini­ge hinzufügten:

Tabel­le: Hirn­tod­kri­te­ri­en nach Bee­cher 1968 [14]

  • Koma: Bewusst­lo­sig­keit, kein Erwe­cken durch Schmerzreize
  • Aus­fall der Pupillen‑, Horn­haut- und Wür­ge- und Husten-Reflexe
  • Aus­fall der Schmerz­re­ak­ti­on im Gesichts­be­reich (N. trigeminus)
  • Pup­pen­kopf­phä­no­men: kei­ne Augen­be­we­gung bei Gesichtsdrehen
  • Aus­fall der Spon­tan­at­mung (Apnoe-Test)
Aus­schluss von:
  • Seda­ti­va
  • Unter­küh­lung
  • Into­xi­ka­ti­on, Sepsis
  • meta­bo­li­sche Entgleisung
Nach­weis der Unum­kehr­bar­keit:
  • War­te­zeit: 12, 24 oder 72 h je nach Schä­di­gung und Alter
  • appa­ra­ti­ve Zusatz­dia­gnos­tik (nur bei Kin­dern bis 2 Jah­ren zwin­gend vorgeschrieben): 
    • Null­li­nie im EEG
    • Nach­weis eines Durch­blu­tungs­stopps in Hirn­per­fu­si­ons­szin­ti­gra­fie oder Doppler-Sonografie
    • Aus­fall akus­tisch oder soma­to­sen­si­bel evo­zier­ter Potentiale

Wem dien­te die „Hirntod“-Definition?

Als Begrün­dung für die Not­wen­dig­keit der Neu­de­fi­ni­ti­on des Todes nann­te Bee­chers Team das Inter­es­se der Inten­siv­me­di­zi­ner, bei unheil­bar Kran­ken die The­ra­pie ein­stel­len zu kön­nen. Erst an zwei­ter Stel­le wur­den die Erfor­der­nis­se der Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin ange­führt [14].

Die kana­di­sche Sozi­al­wis­sen­schaft­le­rin Mita Gia­co­mi­ni ging Ende des letz­ten Jahr­tau­sends der Fra­ge nach, wel­che Inter­es­sen das Ad Hoc Komi­tee 1968 lei­te­ten [3]. Sie hat­te Gele­gen­heit, die „Hen­ry K. Bee­cher Manu­scripts“ im Archiv der Har­vard Medi­cal School ein­zu­se­hen, die unter ande­rem Vor­ent­wür­fe des Arti­kels, unver­öf­fent­lich­te Rand­be­mer­kun­gen und den zuge­hö­ri­gen Brief­wech­sel ent­hal­ten. Gia­co­mi­ni kommt zu dem defi­ni­ti­ven Ergeb­nis, dass die Inter­es­sen der Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin maß­geb­lich in die „Hirntod“-Definition ein­ge­flos­sen sind und dass die Belan­ge der Inten­siv­me­di­zin vor­ge­scho­ben wur­den, um dies nicht zu offen­kun­dig zu machen. Sie nennt meh­re­re Grün­de für ihre Einschätzung:

  • In den spä­ten sech­zi­ger Jah­ren waren unheil­bar koma­tö­se beatme­te Pati­en­ten auf ame­ri­ka­ni­schen Inten­siv­sta­tio­nen zwar prä­sent, aber das Pro­blem war nicht neu und wur­de in der Regel unter der Hand gelöst [3, S. 1471], [5, S. 12]. Die Erfor­der­nis­se der Trans­plan­ta­ti­ons­chir­ur­gie hin­ge­gen waren brand­ak­tu­ell. Die Fra­ge lau­te­te, auf den Punkt gebracht: Wie kann ich leben­de Orga­ne von toten Spen­dern erhal­ten? Das Ad Hoc Komi­tee schuf genau das Kunst­pro­dukt, das dazu erfor­der­lich war: den „Hirn­tod“.
  • Der Ent­wurf wur­de mehr­fach über­ar­bei­tet und genau auf die Erfor­der­nis­se der Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zi­ner zuge­schnit­ten. So wur­de die ursprüng­lich geplan­te Beob­ach­tungs­zeit zum Nach­weis der Irrever­si­bi­li­tät von drei­mal 24 Stun­den (so im Arti­kel-Ent­wurf vom 11.4.1968) auf Drän­gen eines Trans­plan­ta­ti­ons­chir­ur­gen auf 24 Stun­den gesenkt [3, S. 1475]. Der Trans­plan­ta­ti­ons­chir­urg Joseph Mur­ray setz­te den Wort­be­stand­teil „Tod“ (statt „Koma“) durch und akzep­tier­te das vom Neu­ro­lo­gen Robert Schwab vor­ge­schla­ge­ne „irrever­si­ble Koma“ allen­falls als Syn­onym [3, S. 1477]. Noch in der vor­letz­ten Fas­sung vom 3.6.1968 wur­den die Inter­es­sen der Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin als pri­mä­rer Grund für die neue Defi­ni­ti­on genannt, in der End­fas­sung ste­hen an ers­ter Stel­le die Inter­es­sen der Inten­siv­me­di­zin. Dazu pas­send exis­tiert ein Brief von Dekan Ebert, der dar­auf dräng­te, die Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin nicht zu pro­mi­nent zu nen­nen zitiert in [1, S. 26], [3, S. 1475].

Bereits im Juni 1968 berich­te­te Bee­cher über ethi­sche Pro­ble­me bei hoff­nungs­los bewusst­lo­sen Pati­en­ten und pos­tu­lier­te, dass in sol­chen Fäl­len die lebens­er­hal­ten­den Maß­nah­men been­det und die Orga­ne zur Hei­lung Ande­rer ver­wen­det wer­den soll­ten [17]. In einem Vor­trag führt H. Bee­cher spä­ter (1971) offen aus, dass die „Hirntod“-Definition so gewählt wur­de, dass die Orga­ne von „Hirn­to­ten“ noch ver­wert­bar sind [18] zitiert in [1, S. 26].

Die offi­zi­el­len Ver­laut­ba­run­gen vie­ler Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zi­ner, der Haupt­grund für die „Hirntod“-Definition sei die Not­wen­dig­keit gewe­sen, bei tief koma­tö­sen Pati­en­ten mit infaus­ter Pro­gno­se die inten­siv­me­di­zi­ni­schen Maß­nah­men ein­zu­stel­len, wer­den mitt­ler­wei­le auch von pro­mi­nen­ten Prot­ago­nis­ten der Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin ange­zwei­felt. So räumt der ame­ri­ka­ni­sche Neu­ro­lo­ge Eel­co Wij­dicks 2018 ein, dass die Belan­ge der Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin einen gro­ßen Ein­fluss hat­ten [19], und der ame­ri­ka­ni­sche Ethi­ker Robert Truog stell­te 2018 klar, dass die Trans­plan­ta­ti­ons­chir­ur­gie von der „Hirntod“-Definition am meis­ten pro­fi­tiert hat [20]. Bereits 2003 ver­trat der aus­tra­li­sche Häma­to­lo­ge I. Ker­ridge in einer Dis­kus­si­on die Posi­ti­on, dass der „Hirn­tod“ dem Bedarf der Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin zuzu­schrei­ben sei, die Inten­siv­me­di­zin kom­me gut ohne ihn aus [21].

Ein holp­ri­ger Start

Aber zurück ins Jahr 1968. Die „Hirntod“-Definition des Ad Hoc Komi­tees wur­de nach einer kur­zen Latenz begeis­tert auf­ge­nom­men und brach­te die Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin in Schwung. Noch 1968 wur­den welt­weit 100 Herz­trans­plan­ta­tio­nen durch­ge­führt. Der Auf­wand für die ers­te Herz­trans­plan­ta­ti­on in den USA war enorm: Dem Pati­en­ten wur­den 304 Pints (143,8 Liter) Blut trans­fun­diert, die Kos­ten betru­gen für dama­li­ge Maß­stä­be unglaub­li­che 30.000 Dol­lar [3, S. 1471], [4, S. 13].

Die Ergeb­nis­se der ers­ten Herz­trans­plan­ta­tio­nen waren jedoch ent­mu­ti­gend. Mehr als 70% der Pati­en­ten star­ben in den ers­ten vier Mona­ten nach der Ope­ra­ti­on, nur ein Pati­ent über­leb­te län­ger als elf Mona­te. Nach dem Tod von Bar­nards zwei­tem Pati­en­ten und Rekord­über­le­ber im August 1969 ver­ein­bar­ten die Trans­plan­ta­ti­ons­chir­ur­gen ein welt­wei­tes Mora­to­ri­um für Herz­trans­plan­ta­tio­nen, das 10 Jah­re lang galt [5, S. 896], [22], [23].

Ein frü­her Kritiker

Für Nie­ren­trans­plan­ta­tio­nen wur­den aber wei­ter­hin „hirn­to­te“ Spen­der gesucht, und der Bedarf stieg rasant an. Als sich abzeich­ne­te, dass nur sehr weni­ge Koma-Pati­en­ten die stren­gen „Hirntod“-Kriterien von 1968 erfüll­ten, wur­den die­se wei­ter gelo­ckert. Refle­xe wur­den als auto­ma­ti­sche Reak­tio­nen auf Rücken­marks­ebe­ne gedeu­tet und waren nun kein Hin­der­nis mehr für die Dia­gno­se „Hirn­tod“ [24], [25]. Ange­sichts der wech­seln­den Rest­ak­ti­vi­tät wur­de eine Null­li­nie im EEG rela­ti­viert [24], [26], und die Beob­ach­tungs­zeit wur­de auf bis zu sechs Stun­den gesenkt [27].

Die weni­gen kri­ti­schen Stim­men ver­hall­ten ohne Wir­kung. Einer der ers­ten Kri­ti­ker war der deut­sche Phi­lo­soph Hans Jonas, der von 1955 bis 1977 an der New School for Social Rese­arch in New York lehr­te. Er führ­te unter ande­rem an, dass der „Hirn­tod“ den Todes­zeit­punkt will­kür­lich vor­ver­leg­te und Organ­ent­nah­me mög­li­cher­wei­se Vivi­sek­ti­on sei, weil die genaue Gren­ze zwi­schen Leben und Tod nicht bekannt sei [28]. In einer spä­te­ren Schrift recht­fer­tig­te er sich gegen Anfein­dun­gen von ärzt­li­cher Sei­te und stell­te fest, dass die Inter­es­sen der Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin in die „Hirntod“-Definition ein­ge­flos­sen sei­en und ihre wis­sen­schaft­li­che Wert­frei­heit befleckt hät­ten. Der alte Leib-See­le-Dua­lis­mus sei in einen Kör­per-Gehirn-Dua­lis­mus umge­deu­tet wor­den, ohne Rück­sicht dar­auf, dass auch ein „hirn­to­ter“ Kör­per die Kon­ti­nui­tät der Per­son wei­ter­füh­re und kei­nes­wegs zu Fremd­zwe­cken genutzt wer­den dür­fe [29].

The President’s Com­mis­si­on und der Tod

Das Ad Hoc-Komi­tee hat­te 1968 dar­auf ver­zich­tet, die „Hirntod“-Definition zu begrün­den. Dies hol­te 1978 – 1981 eine staat­lich ein­ge­setz­te Orga­ni­sa­ti­on nach, The President’s Com­mis­si­on for the Stu­dy of Ethi­cal Pro­blems in Medi­ci­ne and Bio­me­di­cal and Beha­vi­oral Rese­arch. 1981 prä­sen­tier­ten die Exper­ten in einer 177 Sei­ten-Publi­ka­ti­on ihr Ergeb­nis: Als Begrün­dung für die Gleich­set­zung des „Hirn­tods“ mit dem Tod des Men­schen führ­ten sie an, das Gehirn sei der Inte­gra­tor des Orga­nis­mus und der Orga­nis­mus wür­de nach sei­nem Aus­fall zeit­nah zusam­men­bre­chen [30]. In einer zeit­glei­chen Ver­öf­fent­li­chung ver­trat der ame­ri­ka­ni­sche Neu­ro­lo­ge James Ber­nat die glei­che Begrün­dung [31]. Noch im Jahr 1981 wur­de der „Hirn­tod“ in den meis­ten Staa­ten der USA im Uni­form Deter­mi­na­ti­on of Death Act (UDDA) gesetz­lich als Tod des Men­schen fest­ge­schrie­ben. Die meis­ten west­li­chen Län­der folg­ten nach und nach dem Beispiel.

Zuneh­men­de Zweifel

In den USA geriet das Ver­trau­en in das „Hirntod“-Konzept auf­grund einer Rei­he kli­ni­scher Stu­di­en zuneh­mend ins Wan­ken. 1998 zeig­te der ame­ri­ka­ni­sche Neu­ro­lo­ge Alan Shew­mon, dass der „Hirn­tod“ nicht auto­ma­tisch zum Zusam­men­bruch des Orga­nis­mus führt, und wider­leg­te damit die Theo­rie, dass das Gehirn als Inte­gra­tor zum Funk­tio­nie­ren des Orga­nis­mus unent­behr­lich sei [32]. 1999 wies der bra­si­lia­ni­sche Neu­ro­lo­ge Cice­ro Coim­bra dar­auf hin, dass ein rever­si­bles ischä­mi­sches Hirn­ödem (Pen­um­bra) einen „Hirn­tod“ vor­täu­schen kann. Er warn­te vor dem Apnoe­test, bei dem im Rah­men der „Hirntod“-Diagnostik eine bis zu 10-minü­ti­ge Tren­nung vom Beatmungs­ge­rät abge­war­tet wird. Die dabei auf­tre­ten­de Hypo­xie kön­ne ein ohne­hin schlecht durch­blu­te­tes Gehirn schä­di­gen und so den „Hirn­tod“ erst erzeu­gen [33]. Auf die­se Mög­lich­keit hat­ten die Ber­li­ner Neu­ro­lo­gen Gabri­el Curio und Peter Marx bereits 1987 in einem Leser­brief hin­ge­wie­sen [34]. Der ame­ri­ka­ni­sche Neu­ro­lo­ge Eel­co Wij­dicks ließ 2008 41 Gehir­ne von „Hirn­to­ten“ neu­ro­pa­tho­lo­gisch unter­su­chen. Kei­nes der Gehir­ne wies die erwar­te­te schwe­re ischä­mi­sche Nekro­se auf [35]. Eben­falls 2008 führ­te der ame­ri­ka­ni­sche Radio­lo­ge Lio­nel Zuckier angio­gra­phi­sche Nach­un­ter­su­chun­gen bei 188 Pati­en­ten durch, die als „hirn­tot“ dia­gnos­ti­ziert wor­den waren. In 11% konn­te er noch eine Hirn­durch­blu­tung nach­wei­sen [36].

Um die „Hirntod“-Definition zu ret­ten und die Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin wei­ter recht­lich abzu­si­chern, sah sich der ame­ri­ka­ni­sche President’s Coun­cil of Bio­e­thics, der dem Deut­schen Ethik­rat ent­spricht, gezwun­gen, den Begriff „Leben“ neu zu defi­nie­ren: Im Dezem­ber 2008 erklär­te er die akti­ve Aus­ein­an­der­set­zung mit der Umwelt zum not­wen­di­gen Kri­te­ri­um für Leben [37]. Die­se Defi­ni­ti­on setz­te sich jedoch nicht durch. Das Ver­trau­en in das „Hirntod“-Konzept wur­de wei­ter­hin durch Unter­su­chun­gen belas­tet, die welt­weit erheb­li­che Unter­schie­de in der „Hirntod“-Diagnostik nach­wie­sen [38], [39], [40].

Die „Hirntod“-Diskussion in Deutschland

Kurz nach der Beschrei­bung des Coma depas­sé durch den fran­zö­si­schen Neu­ro­lo­gen Pierre Mol­la­ret [16] wur­de auch in Deutsch­land öffent­lich dis­ku­tiert, wann Ärz­te eine aus­sichts­lo­se Beatmung been­den und ggf. straf­frei Orga­ne ent­neh­men dür­fen [41], [42], [43], [44], [45], [46], [47], [48], [49], [50], [51]. Die Mün­che­ner Gerichts­me­di­zi­ner Wolf­gang Spann und Erich Lieb­hardt schlu­gen als Kri­te­ri­en vor: kei­ne Spon­tan­at­mung für > 60 Minu­ten, kei­ne Reflex­tä­tig­keit, fla­che Lini­en im EEG über > 60 Minu­ten [52]. Der Base­ler Neu­ro­lo­ge Hans Rudolf Mül­ler und die Inns­bru­cker Neu­ro­lo­gen Chris­ti­an Schar­fet­ter und S. Schmoigl sahen sich ver­an­lasst, . Mül­ler und auf­grund eige­ner Beob­ach­tun­gen vor einer Über­in­ter­pre­ta­ti­on fla­cher EEG-Lini­en zu war­nen [53], [54]. Sei­ner Zeit vor­aus war der Ham­bur­ger Theo­lo­ge Hel­mut Thieli­cke: Er sprach sich dafür aus, Pati­en­ten nach dem Indi­vi­du­al­tod als „Vital­kon­ser­ven“ wei­ter zu beatmen, um ihre Orga­ne nicht ver­fal­len zu las­sen [55]. Auf der 84. Tagung der Deut­schen Gesell­schaft für Chir­ur­gie vom 30.3. bis zum 1.4.1967 rief der Prä­si­dent Wer­ner Wachs­muth dazu auf, sich auf ver­bind­li­che Kri­te­ri­en für die Been­di­gung aus­sichts­lo­ser Lebens­ver­län­ge­rung zu eini­gen und dies nicht den Poli­ti­kern zu über­las­sen [56]. Die Frei­bur­ger Juris­ten Erich Lieb­hardt und Hans-Bern­hard Wuer­me­ling hin­ge­gen deu­te­ten das Ster­ben als einen Pro­zess ohne exak­tes Ende und erklär­ten die Bestim­mung des offi­zi­el­len Todes­zeit­punkts, ab dem eine Organ­ent­nah­me erlaubt ist, zu einer gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Auf­ga­be [57]. Fast zeit­gleich zur Ver­öf­fent­li­chung der „Hirntod“-Definition des Ad hoc Com­mit­tee der Har­vard Medi­cal School im August 1968 berich­te­te das Deut­sche Ärz­te­blatt über die Erklä­rung von Syd­ney zur Bestim­mung des Todes­zeit­punkts [58].

Die Emp­feh­lun­gen des Ad Hoc Com­mit­tee stie­ßen auf ein geteil­tes Echo: Wäh­rend die einen mahn­ten, dass das Ster­ben mit der Fest­stel­lung des „Hirn­tods“ nicht been­det sei [59], [60], [61], wer­te­ten ande­re den „Hirn­tod“ als Recht­fer­ti­gung einer Organ­ent­nah­me [62], [63]. Der Schwei­zer Jurist Harald Olav Sie­grist, der Hei­del­ber­ger Jurist Ernst-Wal­ter Hanack und der Main­zer Inter­nist Hans-Peter Schus­ter wie­der­um mahn­ten eine zeit­na­he gesetz­li­che Rege­lung von Organ­ent­nah­men an [64], [65], [66].

Kri­ti­sche Reaktionen

Eine beson­de­rer Wider­stand gegen die Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin erwuchs aus schlech­ten Erfah­run­gen von Spen­der-Ange­hö­ri­gen: Rena­te Grei­nert, Päd­ago­gin in Han­no­ver, gab 1985 in einer emo­tio­na­len Situa­ti­on die Orga­ne ihres ver­un­fall­ten Soh­nes Chris­ti­an zur Trans­plan­ta­ti­on frei und bereu­te kurz dar­auf ihre Zusa­ge, die ihr nun als Ver­rat an ihrem Sohn erschien und die­sen um den nor­ma­len Ster­be­pro­zess betro­gen habe. Nach einer inten­si­ven Aus­ein­an­der­set­zung mit den oft wenig trans­pa­ren­ten Abläu­fen der Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin grün­de­te sie 1991 mit meh­re­ren eben­falls Betrof­fe­nen die „Kon­takt­stel­le Organ­spen­de“ in Wolfs­burg, die spä­ter zur Initia­ti­ve Kri­ti­sche Auf­klä­rung Organ­spen­de (KAO) wur­de. Ihr Ziel ist es, objek­ti­ve Infor­ma­ti­on über Hirn­tod und Organ­spen­de bereit­zu­stel­len und in der Öffent­lich­keit zu ver­tre­ten [67]. Eine wei­te­re Betrof­fe­nen­grup­pe mel­de­te sich zu Wort: die Pfle­gen­den, die die „Hirntod“-Patienten bis zur Organ­ent­nah­me inten­siv betreu­en muss­ten und dabei nicht als „tot“ erfah­ren konn­ten [68], [69], [70], [71], [72], [73]. Im Okto­ber 1992 ging der Fall des Erlan­ger Babys mit gro­ßem Wider­hall durch die Pres­se [74], [75], [76], [77]. Wenn eine „hirn­to­te“ Schwan­ge­re so lan­ge am Leben gehal­ten wer­den kann, bis das Kind auch außer­halb der Gebär­mut­ter lebens­fä­hig ist, kann sie dann über­haupt tot gewe­sen sein? Kann ein Kind in einem Leich­nam her­an­wach­sen? Die maß­geb­li­chen Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zi­ner lie­ßen sich von sol­chen Beden­ken nicht beir­ren und bestan­den dar­auf, dass der „Hirn­tod“ der Tod des Men­schen ist [78], [79], [80]. Die Ber­li­ner Rechts­me­di­zi­ner Die­ter Gie­sen und Jens Poll wogen das Lebens­recht des Embry­os gegen die Ver­let­zung der Men­schen­wür­de der „hirn­to­ten“ Schwan­ge­ren ab und neig­ten zum Lebens­recht [81]. 1997 ver­öf­fent­lich­te der Stutt­gar­ter Kar­dio­lo­ge Pao­lo Bava­s­tro einen wei­te­ren Fall­be­richt über eine „hirn­to­te“ Schwan­ge­re, kom­men­tiert vom Frank­fur­ter Theo­lo­gen Jörg Splett, der die „Hirn­to­te“ als Ster­ben­de bezeich­ne­te [82], [83].

Ein­wän­de gegen das „Hirntod“-Konzept äußer­ten auch der Han­no­ver­sche Theo­lo­ge und Inter­nist Johan­nes Meran und der Han­no­ver­sche Phi­lo­soph Sebas­ti­an Poli­wo­da. Sie war­fen die Fra­ge auf, ob „Hirn­to­te“ bei der Organ­ent­nah­me lei­den, und bil­lig­ten ihnen über den Tod hin­aus Per­sön­lich­keits­rech­te zu [84].

Im Vor­feld des anste­hen­den Trans­plan­ta­ti­ons­ge­set­zes mehr­ten sich die kri­ti­schen Stim­men: Der Düs­sel­dor­fer Arzt Jür­gen in der Schmit­ten und der Düs­sel­dor­fer Theo­lo­ge Johan­nes Hoff erklär­ten Men­schen mit schla­gen­dem Her­zen trotz „Hirn­tod“ für leben­dig und ver­öf­fent­lich­ten ein Buch, in dem der „Hirn­tod“ kon­tro­vers dis­ku­tiert wird [85]. Dem Bei­spiel folg­te die Main­zer Ver­le­ge­rin Gise­la Ler­mann, unter­stützt von der Initia­ti­ve KAO [86]. Über­re­gio­na­le Zeit­schrif­ten wie Die Woche oder Die Zeit grif­fen das The­ma mit pro­vo­kan­ten Schlag­zei­len auf und erhiel­ten reich­lich Leser­brie­fe [87], [88], [89], [90]. Der Frank­fur­ter Medi­zin­ethi­ker Ste­phan Sahm sprach Medi­zi­nern die Kom­pe­tenz ab, den Tod zu defi­nie­ren, und ern­te­te Pro­test [91], [92]. Die stell­ver­tre­ten­de SPD-Vor­sit­zen­de und Jus­tiz­mi­nis­te­rin Her­ta Däub­ler-Gme­lin bekann­te sich in der Wochen­zeit­schrift Die Zeit zu der Posi­ti­on, dass „Hirn­to­te“ noch leben [93]. Die Ber­li­ner Medi­zin­ethi­ker Uwe Kör­ner und Jochen Voll­mann defi­nier­ten den „Hirn­tod“ als den irrever­si­blen Beginn des indi­vi­du­el­len Ster­be­pro­zes­ses und nicht geeig­net zur zeit­li­chen Fest­le­gung des Todes [94], [95], [96]. Auch das Kon­zept der Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin wur­de infra­ge gestellt: Der Salz­bur­ger katho­li­sche Theo­lo­ge Wer­ner Wol­bert bil­lig­te der Gesell­schaft kein Recht auf Orga­ne von Ster­ben­den zu [97], und die KAO-Grün­de­rin Rena­te Grei­nert wies in einem Bei­trag zu einem Sam­mel­band auf die miss­bräuch­li­che Ver­wen­dung des Begriffs Nächs­ten­lie­be in der Wer­bung für Organ­spen­den hin [98].

Zahl­rei­che Kri­ti­ker hat­ten Schwie­rig­kei­ten, ihre Bei­trä­ge in renom­mier­ten Zeit­schrif­ten zu plat­zie­ren. Oft wur­den nur Leser­brie­fe abge­druckt. Die Ver­tre­ter der Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin blie­ben strikt bei der Stra­te­gie, phi­lo­so­phi­sche Argu­men­te zu igno­rie­ren und eine ernst­haf­te Dis­kus­si­on nicht zu begin­nen. Dane­ben gab es eine regel­rech­te Zen­sur. Wenn Leser­brie­fe von Ärz­ten eine uner­wünsch­te Mei­nung äußer­ten, muss­ten sie mit einer hef­ti­gen, dif­fa­mie­ren­den Ant­wort von Fach­leu­ten rech­nen [99], [100], [101], [102], [103]. Den­noch spie­gel­ten eini­ge Wis­sen­schaft­ler die inter­na­tio­na­le Dis­kus­si­on in kri­ti­schen Publi­ka­tio­nen wider: 2004 bezeich­ne­te die Kul­tur­his­to­ri­ke­rin Anna Berg­mann in ihrem Buch „Der ent­seel­te Pati­ent“ die Trans­plan­ta­ti­ons-Medi­zin als logi­sche Fol­ge des Men­schen­bil­des „Homo cere­bra­lis“ und des car­te­sia­ni­schen Mate­ria­lis­mus und kri­ti­sier­te, dass sie den selbst defi­nier­ten „Toten“ weder Toten- noch Pati­en­ten­rech­te zuge­ste­he [104].

In einem Bei­trag zum Sam­mel­band „Finis vitae“ führ­te der deut­sche Jurist und Ethi­ker Rai­ner Beck­mann an, dass spi­ri­tu­el­les Leben und Bewusst­sein nicht an ein intak­tes Gehirn gebun­den sind und daher der „Hirn­tod“ als Kri­te­ri­um für Organ­ent­nah­men untaug­lich ist [105]. In dem­sel­ben Sam­mel­band leg­te der Stutt­gar­ter Phi­lo­soph Robert Spae­mann in Anleh­nung an grie­chi­sche Phi­lo­so­phen dar, dass die mensch­li­che See­le den Kör­per nicht ver­las­se, solan­ge noch Leben in ihm ist, und daher „Hirn­to­te“ noch leb­ten [106]. Der Frei­bur­ger Medi­zin­ethi­ker Gio­van­ni Maio mahn­te an, dass mora­li­sche Appel­le und Ver­schwei­gen unan­ge­neh­mer Ein­zel­hei­ten kei­ne geeig­ne­te Metho­de sind, eine frei­wil­li­ge Spen­de­be­reit­schaft zu för­dern [107]. In der anschlie­ßen­den Kon­tro­ver­se führ­te er aus, dass „Hirn­tod“ und Tod des Men­schen nicht gleich­setz­bar sind, dass Leben nicht an Bewusst­sein und Gehirn gebun­den ist und dass eine Organ­spen­de nicht mora­li­sche Pflicht, son­dern frei­wil­li­ges Opfer und ihre Ver­wei­ge­rung kei­nes­falls ego­is­tisch sei [108]. Auch die Ber­li­ner Kul­tur­his­to­ri­ke­rin Anna Berg­mann und die Han­no­ve­ra­ner Gesund­heits­ethi­ke­rin Andrea Dör­ries merk­ten an, dass eine regie­rungs­ge­stütz­te Infor­ma­ti­on zur Organ­spen­de kei­ne ein­sei­ti­ge Wer­be­kam­pa­gne sein dür­fe, son­dern wert­neu­tra­le Infor­ma­ti­on über Grün­de für und gegen eine Organ­spen­de lie­fern müs­se, die als Grund­la­ge einer unab­hän­gi­gen Ent­schei­dung unent­behr­lich sei­en [109], [110]. Eini­ge noto­risch ver­nach­läs­sig­te Auf­klä­rungs­in­hal­te stell­te der Han­no­ver­sche Anäs­the­sist Hans-Joa­chim Ritz zusam­men [111].

Die Ber­li­ner Ethi­ke­rin Sabi­ne Mül­ler for­der­te in Anbe­tracht der Fehl­bar­keit der „Hirntod“-Diagnostik, dass Organ­spen­dern bei der Ent­nah­me eine Nar­ko­se gege­ben wird [112], [113], und auch die Augs­bur­ger Sozio­lo­gin Alex­an­dra Man­zei wies auf ver­blei­ben­de Hirn­funk­tio­nen (fMRT) trotz „Hirntod“-Feststellung hin [114]. 2017 mel­de­te sich der deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Phi­lo­soph Hans Jonas noch ein­mal zu Wort: Der extra­ze­re­bra­le Teil des Men­schen habe wesen­haf­ten Anteil an der Iden­ti­tät der Per­son, ersicht­lich aus Fin­ger­ab­drü­cken und Immun­re­ak­ti­on, der Mensch habe ein Recht auf einen wür­di­gen Tod und die Gleich­set­zung von „Hirn­tod“ und Tod sei inter­es­sen­ge­lei­tet [115]. Ein regel­rech­tes Kom­pen­di­um der „Hirntod“-Kritik leg­te der anthro­po­so­phi­sche Medi­zi­ner und Ex-Trans­plan­ta­ti­ons­arzt Pao­lo Bava­s­tro vor [116]. Immer wie­der mahn­ten Autoren an, dass „Hirn­to­te“ Ster­ben­de sind, aber noch leben [117], [118], [119], [120]. Die­se Mei­nung war aber ange­sichts der Inter­es­sen der Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zi­ner nicht mehrheitsfähig.

2024 wies die Ber­li­ner Kul­tur­his­to­ri­ke­rin Anna Berg­mann dar­auf hin, dass eine Organ­ent­nah­me die Toten­ru­he des Spen­ders miss­ach­tet und mit einer pal­lia­tiv­me­di­zi­ni­schen Behand­lung nicht ver­ein­bar ist. Sie pran­ger­te zudem an, dass nicht dar­über auf­ge­klärt wird, dass im Zuge der neu­es­ten Gesetz­ge­bung poten­zi­el­le Organ­spen­der schon vor dem „Hirntod“-Nachweis organ­pro­tek­tiv, also fremd­nüt­zig behan­delt wer­den [121]. Dabei konn­te sie sich auf den Köl­ner Staats­recht­ler Wolf­ram Höf­ling beru­fen, der die Inter­es­sen hirn­to­ter Pati­en­ten den Emp­fän­ger­in­ter­es­sen unter­ge­ord­net sah [122].

Von weni­gen Aus­nah­men abge­se­hen [123], [124] stütz­ten die christ­li­chen Kir­chen im Wesent­li­chen die Posi­ti­on der Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zi­ner und bemüh­ten das Argu­ment der Nächs­ten­lie­be als Beweg­grund zum Spen­den [125], [126], [127], [128]. Ein­zig eine Grup­pe evan­ge­li­scher Frau­en pro­tes­tier­te ver­nehm­lich gegen die Gleich­set­zung von „Hirn­tod“ und Tod [129].

Der Deut­sche Ethik­rat stell­te sich 2015 mehr­heit­lich hin­ter das „Hirntod“-Konzept [130].

Einen Rück­schlag erhielt die Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin dann durch eige­nes Ver­schul­den. Seit 2011 wur­den in meh­re­ren Trans­plan­ta­ti­ons­zen­tren Unre­gel­mä­ßig­kei­ten bei der Organ­ver­tei­lung auf­ge­deckt, die in einem regel­rech­ten War­te­lis­ten­be­trug gip­fel­ten [131], [132], [133]. Der Skan­dal führ­te unmit­tel­bar zu einer Abnah­me der Organ­spen­de­be­reit­schaft. Um Ver­trau­en zurück­zu­ge­win­nen, zog die DSO per­so­nel­le und orga­ni­sa­to­ri­sche Kon­se­quen­zen und for­mu­liert auch einen neu­en Trans­plan­ta­ti­ons­ko­dex [134].

Gesetz­li­che Rege­lun­gen in Deutschland

Bis 1990 kam die Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin in der BRD auf der Basis frei­wil­li­ger Ver­pflich­tun­gen wie des Trans­plan­ta­ti­ons­ko­de­xes von 1987 ohne gesetz­li­che Regu­lie­rung aus, wäh­rend in der DDR eine Wider­spruchs­lö­sung galt. Wie wenig sorg­fäl­tig dabei vor­ge­gan­gen wur­de, ist aus der Tat­sa­che zu erse­hen, dass die ers­te Leber­trans­plan­ta­ti­on im Juni 1969 in Bonn ohne Wis­sen und Ein­wil­li­gung der Spen­der-Ange­hö­ri­gen durch­ge­führt wur­de [135, S. 193].

1993 nahm der Wis­sen­schaft­li­che Bei­rat der Bun­des­ärz­te­kam­mer die Argu­men­ta­ti­on der President’s Com­mis­si­on 1993 auf. In Anleh­nung an eine Aus­ar­bei­tung des Esse­ner Geis­tes­wis­sen­schaft­lers Die­ter Birn­ba­cher [78] führ­te er aus, dass der irrever­si­ble Aus­fall sämt­li­cher Hirn­funk­tio­nen nicht nur den Ver­lust der Bewusst­seins­fä­hig­keit nach sich zie­he, son­dern auch die Steue­rung sowie die Inte­gra­ti­on der Orga­ne been­de und damit für den Men­schen als leib­lich-see­li­sche Ein­heit in jeg­li­cher Hin­sicht den Tod bedeu­te [79].

1994 brach­te der Bun­des­rat den Antrag für ein Trans­plan­ta­tions­ge­setz ein und lös­te damit eine leb­haf­te Dis­kus­si­on über die Rol­le des „Hirn­tods“ aus. Ist der „Hirn­tod“ dem Tod gleich­zu­set­zen oder nur ein Kri­te­ri­um für die Unum­kehr­bar­keit des Ster­be­pro­zes­ses? Soll er als siche­res Todes­zei­chen oder nur als Ent­nah­me­kri­te­ri­um in das Gesetz ein­ge­hen? Weder die öffent­li­che Dis­kus­si­on noch eine Anhö­rung von Fach­leu­ten konn­te die­se Fra­gen klä­ren. Nach inten­si­ver kon­tro­ver­ser Debat­te [136], [137] wur­de daher im TPG von 1997 aus­wei­chend for­mu­liert, dass vor Organ­ent­nah­me der Tod ent­spre­chend dem aktu­el­len Stand der medi­zi­ni­schen Wis­sen­schaft fest­zu­stel­len ist [135, S. 224 – 262]. Als Rege­lung der Zustim­mung zur Organ­ent­nah­me wur­de die Ent­schei­dungs­lö­sung fest­ge­schrie­ben. Im Fal­le einer feh­len­den Wil­lens­äu­ße­rung des Spen­ders waren die Ange­hö­ri­gen nach sei­nem mut­maß­li­chen Wil­len zu fra­gen. Die Rege­lung wur­de mehr­fach geän­dert, die von Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zi­nern favo­ri­sier­te Wider­spruchs­lö­sung konn­te sich 2012 und 2022 jeweils nicht durchsetzen.

Gesetz­li­che Rege­lun­gen zur Organentnahme

JahrRege­lung der OrganentnahmeZusatz­be­stim­mun­gen
Juni 1997Erwei­ter­te Zustimmung
Novem­ber 2012Ent­schei­dungTrans­plan­ta­ti­ons­be­auf­trag­te
März 2022Ent­schei­dungOrgan­spen­de­re­gis­ter

Zur För­de­rung der Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin wur­den zusätz­li­che Rege­lun­gen getrof­fen, zum Bei­spiel eine offen­si­ve Infor­ma­ti­on poten­ti­el­ler Organ­spen­der und eine finan­zi­el­le und per­so­nel­le Unter­stüt­zung der Ent­nah­me­kran­ken­häu­ser. Mit der Ein­füh­rung der Trans­plan­ta­ti­ons­be­auf­trag­ten wur­den die Inten­siv­sta­tio­nen zuneh­mend für die Deut­sche Stif­tung Organ­spen­de (DSO) instru­men­ta­li­siert. Die 1984 gegrün­de­te DSO, die seit 2000 mit der Koor­di­nie­rung der Organ­spen­den beauf­tragt ist, iden­ti­fi­ziert über die Trans­plan­ta­ti­ons­be­auf­trag­ten die Inten­siv-Pati­en­ten, die als Organ­spen­der infra­ge kom­men, und ver­an­lasst bereits lan­ge vor der „Hirntod“-Feststellung eine organ­pro­tek­ti­ve Behand­lung [121], [138], [139], [140], [141]: Im Vor­der­grund der Inten­siv­the­ra­pie steht dann die Organ­qua­li­tät, nicht das Über­le­ben des Pati­en­ten. Eine pal­lia­tiv­me­di­zi­ni­sche Behand­lung ist damit nicht ver­ein­bar [121], [142].

Quel­len:

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  107. Maio, Gio­van­ni: Mora­li­sche Appel­le zur Organ­spen­de sind Gift für das Ver­trau­en. Deut­sche Medi­zi­ni­sche Wochen­schrift 138(2013, 43, Sept.), 2187 – 2188.
  108. Maio, Gio­van­ni: Mora­li­sche Appel­le zur Organ­spen­de sind Gift für das Ver­trau­en – Erwi­de­rung 1 + Erwi­de­rung 2. Deut­sche Medi­zi­ni­sche Wochen­schrift 139 (2014, 20, Mai), 1070 – 1071, 1073 – 1074.
  109. Berg­mann, Anna: Organ­spen­de – töd­li­ches Dilem­ma oder ethi­sche Pflicht? Aus Poli­tik und Zeit­ge­schich­te 20 – 21 (2011, 16.5.), 10 – 15.
  110. Dör­ries, Andrea: Organ­spen­de – Offen ent­schei­den las­sen. Deut­sches Ärz­te­blatt 110 (2013, Heft 39, 27.9.), B1566.
  111. Ritz, Hans-Joa­chim: Was Organ­spen­der wis­sen soll­ten! Pra­xis Pal­lia­ti­ve Care 44 (2019), 36 – 40.
  112. Mül­ler, Sabi­ne: Revi­val der Hirn­tod-Debat­te: Funk­tio­nel­le Bild­ge­bung für die Hirn­tod-Dia­gnos­tik. Ethik in der Medi­zin 22 (2010, 29.1.), 5 – 17.
  113. Mül­ler, Sabi­ne: Wie tot sind Hirn­to­te? Alte Fra­ge – neue Ant­wor­ten. Aus Poli­tik und Zeit­ge­schich­te 20 – 21 (2011, 16.5.), 3 – 9.
  114. Man­zei, Alex­an­dra: Tot oder ster­bend? Inten­siv 23 (2015, 3, März), 146 – 153.
  115. Jonas, Hans: Tech­nik, Medi­zin und Ethik – Pra­xis des Prin­zips Ver­ant­wor­tung. Frank­furt, 2017, 324 S.
  116. Bava­s­tro, Pao­lo: Organ-Trans­plan­ta­ti­on – Zukunfts­wei­send oder Irr­weg des Zeit­geis­tes? Würz­burg, 2018, 636 S.
  117. Breul, Regi­na; Wald­stein, Wolf­gang: Regi­na Breul im Gespräch mit Wolf­gang Wald­stein – Hirn­tod – Organ­spen­de – Bri­sant und ehr­lich. Iller­tis­sen, 2014, 158 S.
  118. Bau­er, Axel W.: Das beschwie­ge­ne Para­dox der Organ­spen­de und sei­ne gefähr­li­chen Fol­gen für unser Men­schen­bild. Pra­xis Pal­lia­ti­ve Care 44 (2024), 29 – 31.
  119. Berg­mann, Anna: Debat­ten: Wie tot ist hirn­tot? Focus 39/2018 (29.9.).
  120. Frei, Alex; Aemis­seg­ger, Urs; Beer­li, Alo­is; Sicher, Mar­le­ne; Stof­fel, Georg: Organ­spen­de am Lebens­en­de. Schwei­zer Ärz­te­zei­tung 100 (2019, 14, April), 508 – 510.
  121. Berg­mann, Anna: Organ-„Spende“ – Das ande­re Ster­ben. Pra­xis Pal­lia­ti­ve Care 44 (2024), 26 – 28.
  122. Höf­ling, Wolf­ram: Debat­te über Organ­spen­den: „Das Hirn­tod-Kon­zept ist para­dox“. tages​schau​.de, 3.11.2016
  123. Johan­nes Paul II.: Evan­ge­li­um vitae – Enzy­kli­ka Froh­bot­schaft des Lebens an alle Men­schen guten Wil­lens über den Wert und die Unan­tast­bar­keit des mensch­li­chen Lebens. Stein am Rhein, 1995.
  124. Woel­ki, Rai­ner Maria Kar­di­nal: Oster­bot­schaft des Erz­bi­schofs. Katho­li­sche Sonn­tags­zei­tung, 14./15.4.2012.
  125. Haid, Bru­no: Reli­gi­ös-sitt­li­che Fra­gen betref­fend die Wie­der­be­le­bung (Resus­ci­ta­ti­on, Reani­ma­ti­on). + Ant­wort des Hei­li­gen Vaters, Papst Pius XII., über die „Wie­der­be­le­bung“, am 24. Novem­ber 1957 in Rom. Anäs­the­sist 7 (1958, Heft 8), 241 – 244.
  126. Kru­se, Mar­tin; Leh­mann, Karl: Organ­trans­plan­ta­tio­nen – Erklä­rung der deut­schen Bischofs­kon­fe­renz und des Rates der EKD, Bonn/​Hannover, 1990.
  127. Leh­mann, Karl (Bischof): Auf ein Wort: „Hirn­tod“ – Rea­les Zei­chen des Todes. Zeit­schrift für Medi­zi­ni­sche Ethik 43 (1997, Heft 1, Janu­ar), 77 – 78.
  128. Marx, Rein­hard: Die deut­schen Bischö­fe – Glau­bens­kom­mis­si­on Nr. 41 – Hirn­tod und Organ­spen­de. Bonn/​München, den 27. April 2015.
  129. Evan­ge­li­sche Frau­en in Deutsch­land: Organ­trans­plan­ta­ti­on – Posi­ti­ons­pa­pier 2013.
  130. Woo­pen, Chris­tia­ne; Caten­husen, Wolf-Micha­el; Dab­rock, Peter; Taupitz, Jochen: Hirn­tod und Ent­schei­dung zur Organ­spen­de. Stel­lung­nah­me. Deut­scher Ethik­rat, 24.2.2015, 189 Sei­ten.
  131. Nsi: Ver­fah­ren gegen Trans­plan­ta­ti­ons­chir­urg – Pro­fes­sor Broelsch muss ver­mut­lich in Haft. Deut­sches Ärz­te­blatt 108 (2011, Heft 31 – 32, 8.8.), B1412.
  132. Dpa/​EB: Herz­trans­plan­ta­tio­nen – Uni­kli­nik Hei­del­berg gibt Mani­pu­la­tio­nen zu. Deut­sches Ärz­te­blatt 112 (2015, Heft 43, 23.10.), B1454.
  133. Rich­ter-Kuhl­mann, Eva: Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin – Neu­es Zeit­al­ter ange­bro­chen. Deut­sches Ärz­te­blatt 112 (2015, Heft 49, 4.12.), B1714.
  134. Vie­bahn, Richard; Greif-Higer, Ger­trud: Neu­er Trans­plan­ta­ti­ons­ko­dex – Ver­ant­wor­tung gegen­über Spen­dern und Emp­fän­gern. Deut­sches Ärz­te­blatt 110 (2013, Heft 51 – 52, 23.12.), B2174.
  135. Beck­mann, Rai­ner: Das „Hirntod“-Konzept und der Tod des Men­schen. Eine Unter­su­chung aus der Per­spek­ti­ve pro­zes­sua­ler Beweis­wür­di­gung. Bad­an-Baden, 2025, 925 S.
  136. Deut­scher Bun­des­tag 25.6.1997: Ste­no­gra­phi­scher Bericht, 183. Sit­zung, Bonn, Mitt­woch, den 25. Juni 1997. Ple­nar­pro­to­koll 13/183, 16401 – 16515.
  137. Zwei­te und drit­te Bera­tung eines Gesetz­ent­wurfs über die Spen­de, Ent­nah­me und Über­tra­gung von Organen/​183. Sit­zung des Bun­des­tags am 25. Juni 1997. Das Par­la­ment 47 (1997, 28, 4.7.), 3 – 12.
  138. Blum, Karl: Inhouse­ko­or­di­na­ti­on bei Organ­spen­den – Abschluss­be­richt. Düs­sel­dorf, 2012. https://​www​.dso​.de/​u​p​l​o​a​d​s​/​m​e​d​i​a​/​I​n​h​o​u​s​e​k​o​o​r​d​i​n​a​t​i​o​n​_​b​e​i​_​O​r​g​a​n​s​p​e​n​d​e​n​_​-​_​A​b​s​c​h​l​u​s​s​b​e​r​i​c​h​t​_​A​_​B​-​K​H.pdf
  139. Erb­guth, Frank; Diet­rich, Wen­ke: The­ra­pie­ziel Hirn­tod? Soll ein poten­zi­el­ler Organ­spen­der mit aus­sichts­lo­ser Pro­gno­se zuguns­ten einer mög­li­chen Trans­plan­ta­ti­on lebens­ver­län­gernd behan­delt wer­den? Bay­ri­sches Ärz­te­blatt 3/2014 (März), 116 – 119.
  140. Hah­nen­kamp, Klaus; Böh­ler, Klaus; Wol­ters, Hei­ner; Wie­be, Kars­ten; Schnei­der, Diet­mar; Schmidt, Hart­mut H.-J.: Organ­pro­tek­ti­ve Inten­siv­the­ra­pie beim Organ­spen­der. Deut­sches Ärz­te­blatt 113 (2016, Heft 33 – 34, 22.8.), 552 – 558.
  141. Neit­zke, G.; Rog­ge, A.; Lücking, K. M.; Böll, B.; Bur­char­di, H.; Dan­nen­berg, K.; Dutt­ge, G.; Dutz­mann, J.; Erchin­ger, R.; Gre­tenk­ort, P.; Har­tog, C.; Jöb­ges, S.; Kno­chel, K.; Lie­big, M.; Mei­er, S.; Mich­al­sen, A.; Michels, G.; Mohr, M.; Nauck, F.; Salo­mon, F.; Seid­lein, A.-H.; Söff­ker, G.; Stopf­ku­chen, H.; Jans­sens, U.: Ent­schei­dungs­hil­fe bei erwei­ter­tem inten­siv­me­di­zi­ni­schem Bedarf auf dem Weg zur Organ­spen­de. Medi­zi­ni­sche Kli­nik Inten­siv­me­di­zin und Not­fall­me­di­zin, 11.4.2019 online.
  142. Berg­mann, Anna: Organ-„Spende“ – der Ver­zicht auf pal­lia­ti­ve Sor­ge und einen pie­tät­vol­len Umgang. Pra­xis Pal­lia­ti­ve Care 44 (2024), 18 – 21.