Fünf offene Briefe von KAO an die Bundestagsabgeordneten vor der 1. Lesung vor der Einführung der Widerspruchslösung

Hintergrund: Namentliche Abstimmung im Deutschen Bundestag (exemplarisch)
Deut­scher Bun­des­tag | Achim Melde

Eine Initia­ti­ve von Abge­ord­ne­ten des Deut­schen Bun­des­ta­ges unter­nimmt mitt­ler­wei­le den drit­ten Ver­such, die Wider­spruchs­re­ge­lung (Drucks. 21/7570) ein­zu­füh­ren. Damit sol­len alle voll­jäh­ri­gen Bun­des­bür­ge­rin­nen und Bun­des­bür­ger auto­ma­tisch zum poten­zi­el­len Spen­dern gemacht und einer Organ- sowie Gewe­be­ent­nah­me unter­zo­gen wer­den kön­nen – alle, die vor­her nicht aktiv wider­spro­chen haben. Die Geset­zes­in­itia­ti­ve wur­de gestar­tet, obwohl zur Erhö­hung der Organ­spen­der­zah­len seit 2019 ins­ge­samt vier sepa­ra­te Ände­run­gen der Trans­plan­ta­ti­ons­ge­setz­ge­bung erfolg­ten und 2020 das Par­la­ment im Rah­men die­ses Reform­pa­kets die Wider­spruchs­lö­sung in einer rund zwei­stün­di­gen, öffent­lich­keits­wirk­sa­men Debat­te mit einer deut­li­chen Mehr­heit abge­lehnt hatte.

KAO hat daher wich­ti­ge Argu­men­te und War­nun­gen vor der 1. Lesung im Bun­des­tag zu die­sem Geset­zes­ent­wurf in fünf offe­nen Brie­fen an alle Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te per E‑Mail gesen­det:

23.09.2026Wider­spruchs­re­ge­lung ver­fas­sungs­wid­rig (KAO)
22.09.2026Wider­spruchs­re­ge­lung: Die Medi­zin­his­to­ri­ke­rin und Buch­au­to­rin Prof. Dr. Anna Berg­mann warnt ein­dring­lich vor einem frag­wür­di­gen Gesetz (Gise­la Mei­er zu Biesen)
22.09.2026Stim­men Sie bit­te gegen die Wider­spruchs­re­ge­lung (Dr. med. Hans-Joa­chim Ritz)
22.09.2026Geplan­te Wider­spruchs­lö­sung bei der Organ­ent­nah­me (Geb­hard Focke)
21.09.2026Wei­ter NEIN zur Wider­spruchs­re­ge­lung bei der Organ­spen­de: Die Sicht einer Ange­hö­ri­gen (Rena­te Greinert)

Mehr­mals täg­lich errei­chen uns momen­tan Anru­fe, Mails und Schrei­ben von Bür­gern, die genaue­re Infor­ma­tio­nen zum The­ma Organ­spen­de haben wol­len. Vie­le älte­re Bür­ger z. B. machen sich Sor­gen, dass es qua­si kei­ne Alters­gren­ze für Organ­ent­nah­men gibt und ein prak­ti­ka­bler Zugang zu dem seit März 2024 instal­lier­ten elek­tro­ni­schen Organ­spen­de-Regis­ter fehlt. Nicht jeder hat ein Smartphone.

Der Grund für die ver­mehr­te Kon­takt­auf­nah­me mit KAO ist der aktu­el­le Gesetz­ent­wurf des Bun­des­ra­tes sowie die Initia­ti­ve von Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten ver­schie­de­ner Frak­tio­nen zur Ein­füh­rung der WIDER­SPRUCHS­LÖ­SUNG. Sie bedeu­tet, dass jeder Organ­spen­der ist, außer er hat aus­drück­lich widersprochen.

Die uns kon­tak­tie­ren­den Bür­ger äußern ihren Unmut, sind ver­un­si­chert und haben einen immensen Infor­ma­ti­ons­be­darf über die genau­en Abläu­fe einer Organ­ent­nah­me. Irri­tiert sind sie z. B. dar­über, dass sie als poten­ti­el­ler Spen­der u.U. noch ein­mal wie­der­be­lebt wer­den, obwohl die Ärz­te sie schon auf­ge­ge­ben haben. Allein zum Zweck der spä­te­ren Organentnahme.

Ihr Wider­spruch zur Widerspruchsregelung

Für KAO sind die­se Kon­takt­auf­nah­men sehr auf­schluss­reich. Effek­ti­ver wäre es aller­dings, Unmut und Pro­test nicht nur bei uns zu äußern, son­dern zusätz­lich direkt bei der Poli­tik und den Patientenverbänden.

Adres­sa­ten wären zum Beispiel:

Die Abge­ord­ne­ten Ihres Wahl­krei­ses:

Gesund­heits­aus­schuss des Deut­schen Bun­des­ta­ges:

Peti­ti­ons­aus­schuss des Dt. Bundestages: 

Deut­sche Stif­tung Patientenschutz:

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