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GZSO

Zwei­tes Gesetz zur Ände­rung des Trans­plan­ta­ti­ons­ge­set­zes – Ver­bes­se­rung der Zusam­men­ar­beit und der Struk­tu­ren bei der Organ­spen­de (GZSO) gül­tig seit 01.04.2019

Statt der seit Jah­ren von diver­sen Fach­leu­ten ver­lang­ten Qua­li­täts­si­che­rung der Hirn­tod­dia­gnos­tik (eine von der Bun­des­ärz­te­kam­mer zer­ti­fi­zier­te Aus­bil­dung exis­tiert immer noch nicht)[1] for­ciert das GZSO[2] eine ande­re Art von Qua­li­täts­si­che­rung. Und zwar zu Beschaf­fung von mehr Orga­nen. Durch ein flä­chen­de­cken­des Berichts­sys­tem zur Spen­der-Iden­ti­fi­zie­rung und Spen­der-Mel­dung muss gegen­über der DSO (Deut­sche Stif­tung Organ­trans­plan­ta­ti­on) und den zustän­di­gen Lan­des­be­hör­den Rechen­schaft dar­über abge­legt wer­den, war­um bei Ver­dacht auf Hirn­tod kei­ne Hirn­tod­fest­stel­lung durch­ge­führt wur­de und kei­ne Mel­dung eines mög­li­chen Spen­ders an die DSO erfolgt ist.

Der Trans­plan­ta­ti­ons­be­auf­trag­te darf den Pati­en­ten mit ver­mu­te­tem irrever­si­blen Hirn­funk­ti­ons­aus­fall (Hirn­tod) nicht nur behan­deln und jeder­zeit in des­sen Kran­ken­ak­te ein­se­hen, son­dern er darf bei ihm auch die bereits fremd­nüt­zi­ge Spen­der­kon­di­tio­nie­rung zu Guns­ten des spä­te­ren Emp­fän­gers durch­füh­ren.

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Nach gel­ten­dem Recht ist für jeden inva­si­ven Ein­griff expli­zit eine infor­mier­te Zustim­mung[3] des Patienten/Vorsorgebevollmächtigten/oder Betreu­ers not­wen­dig.[4] Das scheint beim GZSO, wenn es um die Organ­spen­de geht, nicht zu gel­ten.

Beson­ders bri­sant ist in die­sem Zusam­men­hang, daß der Trans­plan­ta­ti­ons­be­auf­trag­te laut Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Gesund­heit und dem medi­zi­ni­schen Vor­stand der DSO Dr. Axel Rah­mel[5] den Hirn­tod fest­stel­len darf, als einer der zwei betei­lig­ten unab­hän­gi­gen Ärz­te.

Anders als 2014 die Stän­di­ge Kom­mis­si­on Organ­trans­plan­ta­ti­on (Stä­Ko) der Bun­des­ärz­te­kam­mer sieht man dar­in offen­bar kei­nen Inter­es­sens­kon­flikt mehr.

Das alles ist laut GZSO ohne Wis­sen und Zustim­mung der Angehörigen/des Vorsorgebevollmächtigten/oder Betreu­ers mög­lich.

Falls Sie das nicht wol­len, soll­ten Sie all dies in Ihrer Pati­en­ten­ver­fü­gung unter­sa­gen.


  1. Guber­na­tis G., „Kann „kein Nein“ auto­ma­tisch „Ja“ bedeu­ten?“ inWil­helms­ha­ve­ner Zei­tung, 12.04.2019, S.10
  2. Zwei­tes Gesetz zur Ände­rung des Trans­plan­ta­ti­ons­ge­set­zes – Ver­bes­se­rung der Zusam­men­ar­beit und der Struk­tu­ren bei der Organ­spen­de (GZSO): https://​www​.bun​des​ge​sund​heits​mi​nis​te​ri​um​.de/​g​z​s​o​.​h​tml Abruf am 30.04.2019
  3. BGB §630e Auf­klä­rungs­pflich­ten: https://​deju​re​.org/​g​e​s​e​t​z​e​/​B​G​B​/​6​3​0​e​.​h​tml
  4. Info­blatt Pati­en­ten­rech­te im Klar­text – Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Jus­tiz Aus­ga­be 1/13: https://​www​.bun​des​ge​sund​heits​mi​nis​te​ri​um​.de/​f​i​l​e​a​d​m​i​n​/​D​a​t​e​i​e​n​/​3​_​D​o​w​n​l​o​a​d​s​/​P​/​P​r​a​e​v​e​n​t​i​o​n​/​I​n​f​o​b​l​a​t​t​_​P​a​t​i​e​n​t​e​n​r​e​c​h​t​e​.​pdf
  5. Rah­mel, A. in „Die Debat­te“ live: Orga­ne gesucht – Was tun, wenn Nie­re, Leber und Herz knapp wer­den?“ Video vom 23.3.2018 (Zeit­mar­ke 1:08:30 ff) https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​T​Y​8​-​O​n​Y​B​8Hs
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