Autor: Benedict Rogers
2016-06-29

In China findet ein massenhafter schauerlicher Organhandel statt. Wie in einem Horrorfilm werden Lebern, Nieren, Herzen, Lungen und Hornhäute der Augen den politischen Gefangenen herausgeschnitten, während sie noch am Leben sind. Die Opfer werden anschließend hingerichtet, wenn sie zu diesem Zeitpunkt noch leben. Wenn irgendetwas auf die Bezeichnung „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ zutrifft, dann ist es dieses blutige, makabre Vorgehen.

In dieser Woche wurden dem Britischen Parlament in London zwei neue Berichte vorgelegt, die das Ausmaß von Chinas massiven Verstößen gegen die Menschenrechte ermessen lassen. Einer von ihnen lüftet den Schleier über das Ausmaß und den Umfang von Chinas gewaltsamer Organ-Gewinnung.

Drei Ermittler – der renommierte Menschenrechtler und Jurist David Matas, ehemaliger kanadischer Parlamentarier, Regierungmitglied David Kilgour und der Journalist Ethan Gutmann – haben eine detaillierte Liste veröffentlicht, die mit Hilfe von Nachforschungen in den forensischen Berichten von 712 Kliniken in China entstanden ist, in denen Leber- und Nierentransplantationen durchgeführt werden, mit dem Ergebnis, dass das Ausmaß der Organentnahmen weitaus größer ist, als man vermutet hatte. Alle drei Ermittler hatten schon zuvor Berichte zu diesem Thema veröffentlicht, aber jetzt kommen sie zu der Schlussfolgerung, dass in chinesischen Kliniken zwischen 60.000 und 100.000 Organe pro Jahr transplantiert werden. Die große Anzahl und die außergewöhnlich kurzen Wartezeiten von Transplantationspatienten deuten darauf hin, dass sowohl politische Gefangene von der Falun Gong Bewegung als auch Muslime aus Uigurien, Tibeter und Christen zu den häufigsten Opfern gehören.

Ihr Bericht „Bloody Harvest“ /The Slaughter: An Update“ (Blutige Ernte / Die Schlachtung: Der neueste Stand) ist eine eindrückliche Darstellung, die 798 Seiten umfasst. Sie berichten darin, dass eine einzige Klinik, das Oriental Organ Transplant Center am Tianjin First Center Hospital mutmaßlich mehr als 6.000 Transplantationen jährlich durchführt.

„Ein Ende dieses Verbrechens gegen die Menschlichkeit ist nicht in Sicht“, sagen die Autoren. „Die entscheidende Schlussfolgerung ist, dass die Kommunistische Partei von China den Staat für Massentötungen von Unschuldigen einsetzt ... um Organe für Transplantationszwecke zu gewinnen.“ Während China offiziell 10.000 Organtransplantationen pro Jahr angibt, sagen die Autoren, dass diese Anzahl „mit Leichtigkeit von einigen wenigen Kliniken übertroffen wird.“

Ihre Behauptungen wurden auch durch einen anderen Bericht erhärtet, der von der Menschenrechtskommission der Konservativen Partei in dieser Woche verbreitet wurde. Nach einer genauen Überprüfung des Menschenrechts - Berichts in China, in dem sie die schwerwiegende Behinderung von Menschenrechtsanwälten, Dissidenten und Bürgerrechtlern benennen sowie die Unterdrückung der freien Meinungsäußerung, Religionsfreiheit, den Missbrauch in Tibet und Xinjiang sowie die zunehmend eingeschränkte Freiheit in Hongkong, veröffentlichte die Menschenrechtskommission ihren Bericht „The Darkest Moment: Das Vorgehen gegen die Menschenrechte in China 2013 – 2016“ bei einer Anhörung gestern im Parlament. Als es um Organentnahme ging, stellte der Bericht die neuen Erkenntnisse dar und forderte eine internationale Untersuchung zu diesen Praktiken.

Die Kommission fordert die britischen Parlamentarier dazu auf, ein Gesetz zu verabschieden, das den Organ-Tourismus nach China verbietet, zumindest bis eine umfassende Untersuchung vorgenommen wurde, und Zahlen zu veröffentlichen, wie viele Briten pro Jahr nach China reisen, um sich dort Organe transplantieren zu lassen. Die Kommission drängt Großbritannien, die EU und andere, eine Namensliste vorzulegen von Ärzten, die an Organentnahmen in China beteiligt sind, und ihnen keine Ausreiseerlaubnisse zu erteilen. Morgen wird die Kommission ein Hearing zu diesem Thema abhalten.

Die in China geborene kanadische Schauspielerin und Gewinnerin von Miss World Kanada, Anastasia Lin, praktizierendes Mitglied der Falun Gong-Bewegung, machte eine Aussage bei einem Hearing zu Beginn dieses Jahres vor der Conservative Party Human Rights Commission gemeinsam mit Guttman und hielt gestern einen Vortrag zu diesem Thema. Beide werden zudem bei einem Hearing morgen aussagen, zusammen mit Dr. Tohti, einem Chirurgen aus Uigurien, der eingestand, einmal einem Gefangenen die Organe entnommen zu haben.

Lin hat in mehreren Filmen mitgewirkt, in denen die Verfolgung der Falun Gong-Anhänger gezeigt wurde, und hat, um sich auf ihre Rolle vorzubereiten, viele Überlebende interviewt. Ihr letzter Film „The Bleeding Edge“ stellt den Horror der „Organ-Ernte“ in China dar und wird im Herbst im Parlament gezeigt werden. Sie sagte der Kommission: „Spezialisten der UN haben dieses Thema aufgegriffen und die chinesische Regierung aufgefordert, über die Herkunft der Organe Auskunft zu geben. Das ist nicht erfolgt. Vor kurzem vorgenommene Änderungen des Transplantationssystems haben dazu geführt, dass Gefangene nicht mehr als solche bezeichnet werden, sondern als normale Bürger zum Zweck der Organ-„Spende“ – wodurch weiterhin die Herkunft der Organe sowie die massiven Verstöße gegen die medizinische Ethik verschleiert werden.“

Diese tragische und barbarische Vorgehensweise, fügte Lin hinzu, „zwingt uns dazu, die Frage zu stellen, wie Menschen, sogar Ärzte, die ausgebildet wurden um zu heilen, etwas so Schlimmes tun können?“ Ihre Antwort darauf: „Die Gewalttäter in China sind nicht als Monster zur Welt gekommen, die ihren Mitbürgern die Organe rauben. ... Es ist das System, das sie dazu gebracht hat. Es ist das System, das sie so kaltherzig fähig gemacht hat, Menschen aufzuschneiden und ihre Organe zu entnehmen und ihnen beim Sterben zuzusehen. Niemand wird so grausam geboren.“

Die Veröffentlichung dieses neuen Beweises erfordert eine Reaktion der internationalen Gemeinschaft. Großbritannien ist dazu aufgerufen, seine Beziehung zu China zu überdenken und zu verändern, die es derzeit als „goldenes Zeitalter“ bezeichnet, im Zusammenhang mit den heftigen und weitverbreiteten Verletzungen der Menschenrechte, die während der Präsidentschaft von Xi Jingping stattgefunden haben. Wie kann es möglich sein, eine goldene Ära der Beziehung zu einem Land zu pflegen, das auf politische Gefangene mit dem Messer losgeht, während sie noch am Leben sind, um ihre Organe zu verkaufen? Es ist dringend eine internationale Ermittlung erforderlich ein Verbot des Organtourismus und ein Reiseverbot für alle, die solche blutigen Taten begehen, ist schon lange überfällig. Dieses Verbrechen gegen die Menschlichkeit muss beendet werden.

Benedict Rogers ist Vizepräsident der Menschenrechtskommission der Britischen Konservativen Partei (Conservative Party)

Deutsche Übersetzung

Renate Focke

Englischsprachiger Originaltext
Siehe auch

Bericht „Bloody Harvest“ /The Slaughter: An Update“ (Blutige Ernte / Die Schlachtung: Der neueste Stand): http://www.chinaorganharvest.org/

End Organ Pillaging: http://endorganpillaging.org/2017-petition/

Organraub an Falun-Gong-Praktizierenden in China (Wikipedia): https://de.wikipedia.org/wiki/Organraub_an_Falun-Gong-Praktizierenden_in_China

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