Eine feine Linie — Ist es an der Zeit, die „dead-donor-rule“ neu zu bewerten?

Der „Uni­form Deter­mi­na­ti­on of Death Act“, auch als UDDA bezeich­net, wur­de zu Beginn der 1980er erlas­sen und von allen 50 Bun­des­staa­ten ver­ab­schie­det und bestä­tig­te die Ent­schei­dung des Komi­tees, den Hirn­tod als eine von zwei juris­ti­schen Vor­aus­set­zun­gen für den ein­ge­tre­te­nen Tod auf­zu­füh­ren, neben der tra­di­tio­nel­len Defi­ni­ti­on des irrever­si­blen Still­stands von Kreis­lauf und Atmung.

Die­se bei­den Rege­lun­gen, zusam­men mit der Zustim­mung der Ange­hö­ri­gen, ermög­lich­ten es den Ärz­ten, bei juris­tisch für tot erklär­ten Pati­en­ten die lebens­er­hal­ten­den Maß­nah­men zu been­den, wodurch sie weder einen Mord begin­gen noch sonst etwas Ille­ga­les taten. Somit legi­ti­mier­ten die­se Fest­le­gun­gen ein Lager von zur Spen­de geeig­ne­ten Orga­nen, die immer noch ernährt und mit Sauer­stoff ver­sorgt wur­den.

Ob die Teil­neh­mer des Bee­cher-Komi­tees oder des UDDA-Komi­tees durch das Ziel ange­trie­ben wur­den, den Vor­rat an ver­füg­ba­ren Orga­nen zu stei­gern und ob sie die Defi­ni­ti­on des bio­lo­gi­schen Todes so zurecht­bo­gen, dass es dazu pass­te, bleibt eine Kon­tro­ver­se.

Eini­ge weni­ge Prak­ti­ker wie Truog sagen, dass das Komi­tee dif­fe­ren­zier­ter hät­te sein kön­nen. Sie hät­ten sagen kön­nen, dass Pati­en­ten ohne auto­no­men Kreis­lauf oder Atem­funk­ti­on und ohne Aus­sicht dar­auf, ihr Bewusst­sein wie­der zu erlan­gen, tech­nisch gese­hen noch am Leben sind, und es ethisch gerecht­fer­tigt sei, ihre vita­len Orga­ne zu ent­neh­men, wenn eine Zustim­mung vor­lag. Für die meis­ten Medi­zi­ner jedoch besteht kein Zwei­fel dar­an, dass sowohl der Hirn­tod als auch der Tod nach Kreis­lauf-Still­stand den wah­ren Tod bedeu­ten.

Mehr dazu