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Hinweis: Der folgende Beitrag und dessen Wortwahl gibt die Auffassung der Verfasser wieder. Die Mitglieder von KAO teilen die inhaltliche Auffassung, jedoch nicht unbedingt die Wortwahl.

Ein Aufruf an Eltern, die Organe ihrer Kinder freigegeben haben, zum 17. Jahrestag der Explantation unseres Sohnes Paolo

von Silvana* und Stellio Mondo, Italien

www.antipredazione.org

Wir haben das dringende Bedürfnis, Ihnen mitzuteilen, dass wir leider der Bitte um die Organe unseres Sohnes Paolo nachgegeben haben. Paolo war 19 Jahre alt. Wir waren vor Schmerz betäubt, und in dieser Situation unterschrieben wir. Eine schlimmere Entscheidung hätten wir nicht treffen können: Wir alle verrieten unsere Kinder, weil wir falsch informiert wurden und durch den Druck der Transplantationsmediziner erschöpft waren. Wir ließen es unwissentlich zu, dass unsere Kinder ohne Betäubung abgeschlachtet und ausgeweidet wurden. Die Folterer in den Konzentrationslagern fragten zumindest nicht die Eltern nach ihrer Zustimmung, ihre Kinder töten zu dürfen.

Unsere Kinder wurden in der Intensivstation der totalen Willkür der Ärzte preisgegeben, allein, ohne Begleitung ihrer Eltern, und dann im Operationssaal ermordet: "Der Chirurg setzt das Messer an den Hals und schneidet bis zum Brustbein, zum Nabel und dann bis zur Leiste. Das Herz schlägt. Die Lungen atmen. Das Blut zirkuliert. Der Körper ist warm. Er bewegt sich, er versucht zu reagieren. Dies sind nach Aussagen der Chirurgen nur Rückenmarksreflexe, die durch Medikamente unter Kontrolle zu halten sind. Die unerbittliche Hand des Scharfrichters spaltet das Brustbein, ergreift das schlagende Herz und löst es heraus."

So starben unsere Kinder. Sie waren hilflos und verlassen, es gab keine zärtliche Berührung und keinen Abschiedskuss von ihrer Mutter, ihrem Vater. Ihre Körper waren zu Ersatzteillagern geworden, um die Menschen konkurrierten, die darauf gehofft oder dafür gebetet hatten, ihre Organe zu bekommen. Unsere Kinder sind schlimmer behandelt worden als Todeskandidaten in der Todeszelle oder Schlachttiere im Schlachthof, die zumindest keine lange Folter erleiden müssen.

Wir alle unterschrieben, weil man uns glauben machte, dass wir das Richtige taten. Die Mafia des Transplantationsgewerbes hat uns besiegt.

Kämpft, damit andere Eltern nicht das erleiden, was wir erleiden müssen, weil wir den Transplantationskoordinatoren, den Chirurgen/Explanteuren und all den anderen Kollaborateuren vertrauten: den Ärzten, die den Tod feststellten, den Anästhesisten, Neurologen, Krankenpflegern, käuflichen Reportern und anderen, die sich alle beteiligen an der Schlachtung/Explantation, die sie als Organspende ausgeben. Diese gerissene und betrügerische Vorgehensweise erzeugt Hass auf die Gesellschaft, nicht Liebe.

Ihr Eltern, die ihr die Organe eurer Kinder freigegeben habt, seid mutig und schließt euch uns an, erzählt die Wahrheit und sprecht in der Öffentlichkeit über euer Leid: Erstickt es nicht in eigens dafür eingerichteten psychiatrischen Zentren. Lasst uns diesen modernen Kannibalismus beenden, der unter dem Deckmantel der Wissenschaftlichkeit stattfindet.

* Silvana Mondo ist offizielle Beraterin des Nationalen Rates gegen die Für-tot-Erklärung und Organentnahme bei Menschen mit schlagendem Herzen (Lega Nazionale Contro la Predazione di Organi e la Morte a Coure Battente).

Übersetzung aus dem Italienischen ins Englische: National League Against the Predation of Organs and Death with a Beating Heart)
(Übersetzung aus dem Englischen ins Deutsche: Kritische Aufklärung über Organtransplantation e. V.; www.initiative-kao.de)

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