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Benedict Rogers : Organentnahme in China – Zwei neue Berichte beleuchten ein grausames Vorgehen

In dieser Woche wurden dem Bri­ti­schen Par­lament in London zwei neue Berichte vor­gelegt, die das Ausmaß von Chinas mas­siven Ver­stößen gegen die Men­schen­rechte ermessen lassen. Einer von ihnen lüftet den Schleier über das Ausmaß und den Umfang von Chinas gewalt­samer Organ-Gewinnung.

Drei Ermittler – der renom­mierte Men­schen­rechtler und Jurist David Matas, ehe­ma­liger kana­di­scher Par­la­men­tarier, Regie­rungmit­glied David Kilgour und der Jour­nalist Ethan Gutmann – haben eine detail­lierte Liste ver­öf­fent­licht, die mit Hilfe von Nach­for­schungen in den foren­si­schen Berichten von 712 Kli­niken in China ent­standen ist, in denen Leber- und Nie­ren­trans­plan­ta­tionen durch­ge­führt werden, mit dem Ergebnis, dass das Ausmaß der Organ­ent­nahmen weitaus größer ist, als man ver­mutet hatte.

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Video : Hirntod -Tod bei lebendigem Leib

Welches Trauma eine Organ­ent­nahme für die Ange­hö­rigen des Spenders bedeuten kann, zeigt der Fall des 15-jäh­rigen Lorenz Meyer. Die Eltern wurden bereits eine Nacht nach der Ein­lie­ferung ihres Sohnes in eine Schweizer Klinik mit der Frage nach Organ­ent­nahme kon­fron­tiert. In ihrer Ver­zweiflung stimmten sie trotz aller Vor­be­halte der Ent­nahme der Nieren zu. Ein Schritt, den sie im Nach­hinein bitter bereuen sollten.
Erst bestand nur der Ver­dacht, dass mehr Organe ent­nommen wurden, als zugesagt. Doch dann stellte sich heraus, dass es gra­vie­rende Zweifel an der Rich­tigkeit der Hirn­tod­dia­gnostik gibt.

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Video : Organspende ? – Nein. Er braucht seine Organe selber

Pro­gnose Tod – Wann ist die Frage nach Organen erlaubt ?
In vielen Kli­niken werden die Ange­hö­rigen eines Pati­enten wenige Stunden nach der Ein­lie­ferung nach Organ­ent­nahme gefragt. Zu diesem Zeit­punkt ist oft noch keine Hirn­tod­dia­gnostik durch­ge­führt worden. Gerecht­fertigt wird die Frage nach Organen mit einer aus Sicht der Ärzte aus­sichts­losen Pro­gnose. Doch ist das Thema Organ­ent­nahme zu diesem Zeit­punkt nicht ver­früht ?
Welche fatalen Aus­wir­kungen solche vor­ei­ligen Pro­gnosen für die Betrof­fenen, ihre Ange­hö­rigen, aber auch für die Kli­niken haben können, zeigt der Fall von Thomas Linder.

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Trauma Organspende

Mir fällt es nicht leicht, über die Organ­ent­nahme bei unserem Sohn Lorenz zu berichten. Das ist ein trau­ma­ti­sches Geschehen.

Über das Kind, den Unfall, den Tod und die Zeit danach kann ich gut sprechen. Das half mir sogar sehr in der Trauer. Ganz anders verhält es sich mit der Organ­ent­nahme. Die hatte ich ver­drängt, darüber hatte ich Jahre nicht geredet – noch nicht einmal mit meiner Frau. Ich hatte mich geschämt und ich schäme mich noch heute, dass ich mich habe mani­pu­lieren und beim Sterben des Kindes weg­schicken lassen, statt es zu begleiten bis zuletzt.

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Organentnahme verhindert menschenwürdiges Sterben und raubt den letzten Abschied

Das habe ich nicht gewusst ! Organ­spende, dachte ich, muss etwas Gutes sein, wenn es kranken Men­schen hilft am Leben zu bleiben. Und natürlich ist der Mensch tot, dem die Organe ent­nommen werden. Im Ausweis heißt es doch “nach meinem Tod”. So habe ich das auch geglaubt. Ich hätte nie für möglich gehalten, dass Ärzte nicht davor zurück­schrecken, einen ster­benden Men­schen mit allen Mitteln ärzt­licher Kunst am Leben zu halten, nur damit sie seine lebenden Organe bekommen. Aus dem schreck­lichen Geschehen um das Sterben meines Sohnes kann ich jedoch bezeugen, dass es sich bei einem so genannten Hirn­toten um einen noch lebenden Men­schen handelt.

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Deutscher Ethikrat : Stellungnahme zum Thema Hirntod und Entscheidung zur Organspende

Die Mate­rialien zur Auf­klärung der Bevöl­kerung über ”die gesamte Trag­weite der Ent­scheidung” (§ 2 Abs. 1 TPG) zur Organ­spende sollten ergänzt werden. Dazu gehören unter anderem Infor­ma­tionen über eine mög­liche Kol­lision von Pati­en­ten­ver­fügung und Organ­spen­de­er­klärung sowie über Art, Umfang und Zeit­punkt von organ­pro­tek­tiven Maß­nahmen, die beim mög­lichen Organ­spender unter bestimmten Umständen schon vor der Hirn­tod­dia­gnostik zur Erhaltung der zu ent­neh­menden Organe erfor­derlich sind. Zudem sollten die Mate­rialien Infor­ma­tionen darüber ent­halten, dass in anderen Staaten auch für deutsche Staats­bürger, die dorthin reisen, andere Rege­lungen für eine Organ­ent­nahme gelten können.

Hin­sichtlich der organ­pro­tek­tiven Maß­nahmen sieht die Mehrheit des Deut­schen Ethik­rates auch gesetz­lichen Hand­lungs­bedarf. Für den Fall, dass eine Ein­wil­ligung des Organ­spenders in organ­pro­tektive Maß­nahmen nicht fest­ge­stellt werden kann, sollte gesetzlich geregelt werden, welche Per­sonen die Ent­scheidung über das Ein­leiten solcher Maß­nahmen vor Fest­stellung des Hirn­todes treffen dürfen. Die Zuläs­sigkeit der Durch­führung von organ­pro­tek­tiven Maß­nahmen bis zur abschlie­ßenden Fest­stellung des Hirn­todes sollte gesetzlich an zusätz­liche Anfor­de­rungen gebunden werden.

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Unversehrt sterben ! Konfliktfall Organspende

Rezension des Buches :

Dieses Buch ist in mehr­facher Hin­sicht —poli­tisch, medi­zi­nisch, juris­tisch und spi­ri­tuell— ein wich­tiges Buch.

Die Autorin lässt uns berührend und fes­selnd – fast wie in einem per­sön­lichen Gespräch- an ihrer Geschichte im Kampf gegen die Transplantationsmedizin(er) teil­haben. Wir erfahren zunehmend scho­ckiert, betroffen und empört, was eine Organ-”Spende” eigentlich ist, nämlich die Organ­ent­nahme bei einem noch lebenden Men­schen, der im Sterben liegt.

Im Falle ihres Sohnes ist sogar fraglich, ob wirklich alles getan wurde, um sein eigenes Leben zu retten und ob die Fest­stellung des Hirn­todes korrekt verlief.

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Video : Organspende – Die Schattenseite – Interview mit Renate Greinert

Renate Greinert ist Autorin und war Sach­ver­ständige zur Anhörung zum Trans­plan­ta­ti­ons­gesetz vor dem Gesund­heits­aus­schuss des Deut­schen Bun­des­tages.
Sie ist unfrei­willig dazu gekommen, sich intensiv mit dem Thema Organ­spende und Trans­plan­tation aus­ein­an­der­zu­setzen. 1985 wurde ihr 15-jäh­riger Sohn auf dem Fahrrad von einem Auto erfasst, stürzte und erlitt als eine Folge ein schweres Schä­del­him­t­rauma. Innerhalb weniger Stunden wurde sie von ärzt­licher Seite mit der Dia­gnose Hirntod kon­fron­tiert und in der Folge mit der Frage nach der Ein­wil­ligung zur Organ­spende.
Wie wahr­scheinlieh die meisten Men­schen war sie sich sei­nerzeit über die Dimi­ension dieser Ent­scheidung nicht im Klaren. Sie konnte es nicht sein, denn die lnfor­ma­tionen dazu waren ins­be­sondere damals eher spärlich. Aber sie sind auch heute noch oft genug eher ein­seitig. Die Folgen für die Betrof­fenen, die erst im Nach­hinein rea­li­sieren, was eine Organ­spende eigentlich bedeutet, sind oftmals bedrü­ckend.

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